Beta Satan
»Girls«
Text:
Thomas Bläsen
Achtung, Sommermusik. Der Beta-Satan-Sänger, einigen vielleicht von der Formation Tiger Tunes bekannt, klingt sehr britisch, und auch die Art der Melodien erinnert stark an aktuelle Indie-Bands von der Insel.
Was die Skandinavier von ihren britischen Kollegen unterscheidet, ist ganz klar der Ansatz der Gitarrenarbeit. Beta Satan haben schließlich ihren dämonischen Namen im Nacken und unterfüttern ihre schmissigen Songs mit satten Riffs und Breaks, die man so auch von einer Metal-Combo erwarten könnte. Die zwölf Songs strahlen eine hibbelige und nervöse Energie aus, die in dieser Form zuletzt nur auf dem Erstling von Hot Hot Heat zu hören war. Vertrackte Rhythmik? Auch kein Problem. Extreme Tanzbarkeit erst recht nicht. Wenn Beta Satan Synthies benutzen, dann flirren diese hektisch umher, oder sie entlocken ihnen fette Basslines, die offensichtlich von der kontemporären Clubkultur abdestilliert wurden. Vielleicht ist "Girls" auch nur eine Platte von gelangweilten dänischen Indie-Popstars, die in ihrem Heimatland schon ihre Meriten und Moneten verdient haben und jetzt einfach mal auf dicke Hose machen möchten. Kann alles sein, aber ein fetter Riff bleibt ein fetter Riff, wie ein guter Song ein guter Song bleibt. "Girls" hat von beidem mehr als genug.
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