Jerobeam
»How One Becomes What One Is«
[Hazelwood / Indigo / VÖ: 29.08.2008 ]
Text:
Frank Schuster
Wer hat gesagt dass gute Johnny-Cash-Klauer unbedingt aus Memphis und auf keinen Fall aus Hamburg kommen dürfen?
Es stimmt, dass Johnny Cash mal eine Nacht im Gefängnis verbracht hat - wegen Blumenpflückens, wie er auf "At St. Quentin" erzählt. Es stimmt nicht, dass er, wie er in "Folsom Prison Blues" singt, einen Mann in Reno erschossen hat, nur um ihn sterben zu sehen. Es stimmt, dass er diese Songzeile von Jimmie Rodgers ("I'm gonna shoot poor Thelma, just to see her jump and fall") und die Melodie von Gordon Jenkins geklaut hat. Es stimmt nicht, dass man aus dem gut geklauten "Folsom Prison Blues" keine gut geklaute Cover-Version mehr machen kann. Es stimmt, dass man, um es gut (qua New-Orleans-Funk-Groove) zu machen, Jerobeam heißen muss.
Es stimmt nicht, dass gute Johnny-Cash-Klauer unbedingt aus Memphis und auf keinen Fall aus Hamburg kommen dürfen. Es stimmt, dass ein Album, dass mit dem totgespielten "Folsom Prison Blues" beginnt, dann doch noch ein ziemlich gutes Album werden kann (zum Glück bleibt's aber bei einem Coversong). Es stimmt nicht, dass funky Musik unbedingt aus New Orleans kommen muss und Bassisten, die Thomas Merkel heißen, auf keinen Fall Second-Line-Grooves spielen können. Es stimmt, dass "How One Becomes What One Is" ein ziemlich gutes Indiepop-Album ist.
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