Lump200
»Unsigned«
[office4music / VÖ: 01.09.2008 ]
Text:
Frank Apunkt Schneider
Die bekannte Penetranz der Postmoderne ist eigentlich ein Missverständnis.
Es rührt daher, dass "Postmoderne" zum Verkaufsargument für Pfusch runtergewirtschaftet wurde. Was nichts wird, wird Postmoderne, vgl. U2 als deren besondere bierschwere Form. Das Beliebige und Zusammengeschusterte, das Geschichtsvergessene und Guidoknoppige will als Postmoderne nämlich historisch unausweichlich erscheinen. Mit fatalen Folgen für Pop (U2) und Geschichte (Knopp).
Die andere verdrängte oder zugemüllte Postmoderne wäre dagegen jene, die versucht, das Heterogene als Vielstimmigkeit zu orchestrieren, ungefähr so, wie Lump200 HipHop gegen seine Wiederholungszwänge und Klischeeroutinen wendet. Abstract-HipHop also: der Versuch, die Geronnenheit von HipHop wieder zu verflüssigen, ohne dabei im eingeführten Anticon-Modell auf- bzw. unterzugehen. Eher als Wiederaufnahme bohemistischer Kreuzungsversuche von Beat-Literatur und Bebop unter irgendwie orientalischen Vorzeichen. Freilich im Sinne eines Orients, den es so nie gab. Aber das wäre ja auch das Potenzial der uneingelösten, nicht-U2'ifizierbaren Postmoderne: Verändern durch falsches Zitieren, ohne dabei Identitäres (wie Guido Knopps Geschichtsklitterung oder U2s Popklitterung) im Sinn zu haben.
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