Motörhead
»Motörizer«
[Steamhammer / SPV]
Text:
Peter Flore
Auch der größte Freigeist braucht zuweilen Konstanten. Hier mal ein paar zur Auswahl: Jedes Motörhead-Set wird, seit man denken kann, eröffnet mit den Worten: "We are Motörhead and we play Rock'n'Roll."
"Motörizer" ist ihr, nicht erschrecken, 24. Album. Und Drummer Mikkey Dee, eine weitere der vielen Säulen im Leben und Werk von Lemmys Herrenrunde, behauptet frech, es sei "definitely one of the wider-ranged Motörhead records ever released". Was in ungefähr so viel bedeutet wie: Von den vielen Meisterschaften des FC Bayern München war die letzte eine der besseren.
Es ist also völlig irrelevant, und die vermeintlichen Feinjustierungen werden nur Die-hard-Fans bemerken - oder Spinner. Insofern ist der im Opener zitierte "Runaround Man" ja auch ein schönes Sinnbild, man dreht sich viel im Kreise, macht dafür aber einen gehörigen Wind. Motörhead verstehen ihren Rock'n'Roll als eine Art Dienstleistung am Fan, hier wird geliefert, was bestellt wurde, das ist wenigstens ehrlich und entbehrt der gängigen Phrasen von künstlerischer Integrität und Weiterentwicklung sowie des mysteriösen Wunsches, zur Untermalung dessen doch zur Abwechslung mal eine Sitar zu spielen. Der zweite Track heißt dann übrigens auch "Teach You How To Sing The Blues". Darauf einen Whiskey Cola.
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