Nightmares On Wax - Thought So ... Artikelbild (groß)
 
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Nightmares On Wax

»Thought So ...«

[Warp / Rough Trade]

Text: arno raffeiner

Es ist das simpelste Rezept aller Kopf- und Arschwackelmusik: Ein Groove muss her.

Und dann braucht man nur mehr zu warten, bis es irgendwann ganz von selbst kommt, "Da Feelin". Im so benannten Eröffnungsstück des mittlerweile sechsten Albums von Nightmares On Wax ist es da, sobald die Bassline einsetzt - also vom ersten Moment an. George Evelyn gilt nicht umsonst schon seit Ende der 80er als Meister jener speziellen Groove-Esoterik, mit der sich bestimmte Gefühle einfangen und nach Belieben reproduzieren lassen. Evelyn hat sich dabei in den Feldern Gelassenheit, gemütliches Zurücklehnen und positive Energien spezialisiert. Und es ist tatsächlich toll zu spüren, wie das auf den ersten Stücken von "Thought So ..." aufgeht.


Schwierig wird es in der zweiten Hälfte des Albums, wenn Evelyn nach genau demselben simplen Rezept versucht, sanfte Instrumentalballaden zu bauen. Die versinken nicht nur im Morast von fauligem TripHop-Kitsch, sondern vor allem in Bewegungslosigkeit. Da ist absoluter Stillstand in der Downbeat-Lounge. Nicht mal die schweren Nebelschwaden von Kräuterzigaretten wollen noch einen Millimeter weiter wabern. Anscheinend hat sich hier jemand schon im Voraus etwas zu entspannt im Wohlfühlsofa zurückgelehnt. "Dieses Mal ging es nicht darum, etwas zu suchen - sondern zu wissen, was man finden kann", lässt sich George Evelyn im Beipackzettel zitieren. Der Groove-Kuchen soll also gebacken genauso aussehen wie auf dem Foto im Kochbuch. Genau das ist das Problem am Musikmachen brav nach Rezept.




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