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Norman Palm / Hey Hey Galaxy

»Songs & Hey Hey Galaxy«

[Ratio / www.normanpalm.com / VÖ: 10.10.2008 ]

Text: Judith Nothelle

Nichts Übertriebenes bei Norman Palm, alles in schönster Singer/Songwriter-Manier. Hey Hey Galaxy gehen da schon düsterer zu Werke.

Album, das trifft es für das erste Longplay-Werk von Norman Palm schon sehr gut. Denn was man da in den Händen hält, ist keine schnöde CD in Plastikhülle, sondern ein kleines Buch: ein Bilderalbum. Das heißt zwar "Songs", zunächst aber darf man 200 kleine Seiten lang über visuelle Eindrücke staunen. Am Ende - man hat es aufgrund des vertrauten 15x15-Formats ja schon vermutet - stößt man doch noch auf eine CD. Ganz hinten, wie bescheiden, so klingen dann auch die kleinen Songs darauf.


Nichts Übertriebenes, alles in schönster Singer/Songwriter-Manier. Eine nuschelige, kuschelige Stimme zur Akustikgitarre, durchsetzt manchmal von Piano-Geklimper, Posaunen sogar, Schlagzeug auch. Bei Songs wie "Rent A Cat" reicht alles mitunter hoch zu Conor Oberst und Konsorten. Wenngleich es in letzter Konsequenz doch immer arg bodenständig erscheint. Ein Highlight ist fraglos die schon via Vinyl-Single bekannte Coverversion von "Boys Don't Cry". Nach zwölf Songs hat man ein sehr wohliges Gefühl im Bauch, Artbook und CD funktionieren ganz komplementär. All die Strichmännchen, Polaroids, Porträtfotos, Collagen und Neonreklamen ergeben zusammen mit den Songs ein hoch sympathisches Kopfkino.

Den authentischen krickeligen Bildersturm hat man sich bei Hey Hey Galaxy gespart. Das Artwork kommt schlicht pixelig als Sternenkosmos daher. Scheinbar-Alleskönner Palm hat dennoch auch hier seine Finger im Spiel. Als einer der Köpfe des neuen Hamburger Labels Ratio hat er René Gleitsmann a.k.a. Hey Hey Galaxy mit dessen düsteren Klangperlen einfach mal so entdeckt. Kein Wunder, auch wenn diese Galaxy sich eher ruhig verhält. Bisschen Kaffeemaschinen-Gepröttel bei "Bad Morning", sphärische, an Massive Attack erinnernde Anfangsklänge bei "Mescaline", hier und da auch ein Ruch von Klimax ("D-Youth"). In ganz fremde Kosmen kann ich mich damit nun nicht träumen, aber spannungsreicher Schönklang ist nichts, wofür man sich schämen müsste. Eher im Gegenteil.



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aus Intro #164 (September 2008)
 
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