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The Wedding Present

»El Rey«

[Vibrant / Rough Trade / VÖ: 01.08.2008 ]

Text: Joachim Henn
[5 Kommentare]

So hört sich das an, wenn alternde Gitarrenhelden eine Platte über die ewig jungen Themen machen - könnte man argwöhnen.

Die ganze Palette wird (teilweise David Gedge im Duett mit Terry de Castro) auf den elf Songs abgedeckt: von (Selbst-)Täuschung, Verlassen und Verlassenwerden, falschen Versprechungen bis zu (zu) späten Erkenntnissen, die manchmal ebenso hart wie banal sind. Wie in "Spider-Man On Hollywood" geht das nicht ohne den Gedge-typischen, teilweise sarkastischen Humor, bei "Soup" stand wohl auch noch eine Sitcom Pate. Das wirkt insgesamt entsprechend zerrissen oder wie eine Minestrone - ein bisschen hiervon, eine Prise davon, Rocker, Balladen und die Stücke mit gefühlten 470 Anschlägen pro Minute -, kommt mit seiner Verbreaktheit oftmals nicht ins Rollen und klingt, Albini lässt grüßen, gerade mit den stellenweise aufdringlichen Drums für meinen Geschmack häufig nach Studio. Dennoch wachsen die Stücke beständig und im Laufe des Albums, und mit "Model, Actress, Whatever" etwa findet sich auch eine echte Perle im alten Stil. Dem Überalbum "Seamonsters" kann "El Rey" allerdings nicht das Wasser reichen. Bei aller Liebe.






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  • buenaventura 22.07.2008 | 13:09:34
    hashomer
    dass ausgerechnet steve albini herangezogen wird, um zu bemaekeln, dass die platte "nach studio" klinge (was soll das eigentlich heissen?), ist doch ungefaehr genau so solider pop-schournalismus wie die print-version der rezension mit einem foto von cleave & gedge zu bebildern - ersterer seit ca 2 jahren nicht mehr bei der band.

    es sei denn natuerlich, "nach studio" klingt es, wenn es im studio aufgenommen wurde, meine assoziation waere allerdings, dass es ein synonym fuer "aufwaendig produziert" sein sollte. dann ist aber cleave immer noch nicht wieder in der band.

  • User: Felix Scharlau
  • Felix Scharlau 22.07.2008 | 13:33:51
    Mobilfunk deutlich teurer
    ach, das mit dem foto fiel mir auch auf - leider zu spät. aber sowas passiert manchmal, ich vermute, hier waren keine neuen promofotos verfügbar oder jemand hat aus versehen die zum letzten album rausgesucht. wenn es nach mir ginge, hätte die review ohnehin kein bild im heft bekommen. ich finde das album leider, leider überraschend schlecht.

  • User: Felix Scharlau
  • Felix Scharlau 22.07.2008 | 13:39:54
    Mobilfunk deutlich teurer
    das mit albini und überproduziert bzw "nach studio klingen" finde ich übrigens gar nicht so paradox. bei ihm heißt "überproduzieren" vielleicht nicht mit delay, flanger und compressor zuballern, aber so wie hier der raumhall reingedreht ist, wirkt der eben plötzlich auch wie ein übertriebener effekt. der effekt eines 15 meter hohen aufnahmeraumes, den albini sein eigen, nennt zum beispiel.

  • buenaventura 22.07.2008 | 13:43:56
    hashomer
    das mag sein, war aber seinerzeit gerade mein kritikpunkt im hinblick auf die seamonsters, die hier ja das grosse ding darstellen soll.

    ich find die platte musikalisch solide, aber dass gedge immer noch textlich einen auf twentysomethingtraeumer macht, wirkt auf mich schon laenger einfach nur unaesthetisch.

  • buenaventura 22.07.2008 | 14:07:07
    hashomer
    albinis all-wave filosofie, "entwickelt" in zusammenarbeit mit kim deal:

    The "All Wave" philosophy, which loosely stated, is that everything should be an analog sound recording of someone playing or singing, rather than using a computer to generate or digitally manipulate sounds separated from the dimension of time in which they were performed. In short, to record All Wave one must use no computers, no digital recording, no auto-tuning, or any other mainstays of contemporary production.

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