Ben Weaver - The Ax In The Oak Artikelbild (groß)
 
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Ben Weaver

»The Ax In The Oak«

[Glitterhouse / Indigo / VÖ: 15.08.2008 ]

Text: Christian Steinbrink

Ben Weaver war in Deutschland. Natürlich nicht in Hanau oder Wattenscheid, er war in Berlin, und die große Weite dieser Stadt hat ihm die Möglichkeit gegeben, die in den Monaten zuvor in seinem Kopf entstandenen Bilder in Songs umzusetzen.

Ein guter Grund, um einmal "Danke, Berlin!" zu sagen. Denn was sollte man sonst sagen, wenn eine Stadt einem Künstler die Möglichkeit zur Entfaltung gibt, um wundervolle, auf Country fußende Folkkleinode höchster Qualität mit Beats aus herumspringenden Pingpongbällen zu untermischen und so zartbittere Lyrik durch unnachahmliche Komik zu konterkarieren? Solch ein Künstler muss doch einer der wahrhaftigsten seiner Zunft genannt werden, und ihm muss höchste Ehrerbietung zukommen. Überhaupt sind die Songs des Mannes aus Minnesota so ausgefallen wie umarmend, so erdig wie experimentell. Er hat sie in Lo-Fi gewandet und ihnen nur ausgesucht reduzierte Mittel und eine impressionistische, aber auch durchdringende und unwiderstehlich charmante Stimmung mitgegeben.


Weavers Stimme klingt dabei dunkel und gedrückt, sie erinnert in ihrer emotional gesetzten Darbietung hin und wieder an E von den Eels und unterstreicht den so zerbrechlichen wie rauen Charakter der Stücke aufs Vorzüglichste. "The Ax ..." ist so ein Kleinod von einer Songwriterplatte geworden, die Traditionen hörbar aufsaugt, um sie letztendlich abzustreifen. Sie ist verschroben, intim und wunderschön, sie ist wie der so weise Erzähler Weaver selbst: etwas zum Liebhaben.



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