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Stereolab

»Chemical Chords«

[4AD / Beggars / Indigo]

Text: Christoph Büscher
[6 Kommentare]

Sich zu wiederholen gehört zur Kunst wie die Butter aufs Brot. Stereolab verstehen es wie kaum eine andere Band, dies produktiv zu nutzen.

Tim Gane und Laetitia Sadier variieren und erweitern seit den frühen 90ern ihre ganz eigene Mischung aus Chanson, Easy Listening und cleverer Retro-Elektronik, ohne dabei jemals ihre ursprüngliche Kraft und Leidenschaft verloren zu haben.


Das neue Album "Chemical Chords" beweist dies erneut. So frisch, leicht und temporeich wie beim Eröffnungsstück "Neon Beanbag" klangen Stereolab seit "Emperor Tomato Ketchup" nicht mehr. Selbstbewusst und prägnant treibt der Bass die erste Single "Three Women" voran, großartig orchestrierte Bläsersätze - arrangiert vom alten Freund und Ex-High-Llamas-Sänger Sean O'Hagan - sorgen für zusätzliches Soul-Feeling, während sich Laetitias Gesang durch immer wieder überraschende Tonlagen schraubt.

Trotz der Fülle an musikalischen Einfällen bleibt das Ganze am Ende aber immer nachvollziehbar und wird so zu einem eingängigen Popsong. Das ist vielleicht das größte Geheimnis dieser Band. Im Gegensatz zu einigen der letzten Alben, bei denen man eher das Gefühl hatte, die Band beim klanglichen Experimentieren und Erforschen immer komplexerer Strukturen zu beobachten, wirken die sechzehn Songs auf "Chemical Chords" geschlossen, kommen schnell auf den Punkt und sprühen trotzdem nur so vor überraschenden Arrangements, einer opulenten Orchestrierung und einfach tollen Melodien. "Chemical Chords" ist Stereolabs klarstes, konzentriertestes Album seit Jahren und damit vielleicht sogar ihr bestes seit der Jahrtausendwende.



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  • User: Hauptmann Fuchs
  • Hauptmann Fuchs 24.08.2008 | 22:15:11
    zur Klärung eines Sachverhalts
    hat die schon jemand gehört (außer Christoph Büscher)? ist die gut? ich hatte auf dem letzten konzert schon den eindruck, dass stereolab zur form zurückgehert sind, aber nach ca. 200 veröffentlichungen fragt man sich ja schon, ob man eine weitere braucht.

  • User: monophonic
  • monophonic 25.08.2008 | 12:36:56

    nach all den schwachen platten vorher gefällt mir diese hier nach dem ersten eindruck wieder richtig gut... aber für ein abschließendes urteil fehlen noch ein paar hördurchgänge...

  • User: morus
  • morus 25.08.2008 | 15:34:48

    Ich hab sie einige Male gehört und stimme der Intro-Kritik zu. Das ist eine leichte, clevere Popplatte, schön arrangiert.
    Lob auch von Pitchfork.

  • User: Legoland
  • Legoland 26.08.2008 | 07:47:10
    Legolize it!
    habe sie mir letztens ganz klassisch im plattenladen angehört. jedes stück. weil ich hin- und hergerissen war. denn ich habe nach wenigstens einem kleinen stück weiterentwicklung gesucht. gefunden habe ich schlaue niedlichkeit. und wirklich gute popsongs, ja... ich habe sie nicht gekauft. ich werde vielleicht bereuen.

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