O'Death
»Broken Hymns, Limbs And Skins«
[City Slang / Universal]
Text:
Martin Riemann
Aua! Das New Yorker Geigenmassaker ist wieder da: O'Death kommen mit einer neuen Dosis Highspeed-Bluegrass. Immer wieder unglaublich, dass das nur fünf Leute sein sollen.
Hört sich an, als würde eine ganze Horde Fliegenpilz fressender Hinterwäldler aus den Appalachen in den Krieg ziehen. Die hornissenartige Geige offenbart zwar teilweise deutliche Parallelen zu dem sogenannten Gipsypunk von Bands wie Gogol Bordello, doch während Letztere eher manischer Lebensfreude zugewandt sind, orientieren sich O'Death lieber in Richtung Begräbnis. "Broken Hymns, Limbs And Skins" ist ein leidenschaftlicher Totentanz, der einen kurz vorm Purgatorium noch mal so richtig in Ekstase versetzen kann.
Hier scheint die Sonne nur in Grautönen: "We go to sleep and then we die!" So lässt sich das Leben auch zusammenfassen. Musikalisch wird keine Masche verfolgt, wie etwa kürzlich bei Beirut zu beobachten war, sondern konsequent der rote Faden US-amerikanischer Populärmusik aufgewickelt, zerschreddert und neu verwoben. Deshalb sollte man sich hüten, O'Death einem veralteten Genre zuzuordnen. Sie sind einfach eine moderne amerikanische Band, aus der man Bob Wills & His Texas Playboys genauso heraushören kann wie die Pixies.
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