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Fleet Foxes

»Fleet Foxes«

[Bella Union / Coop / Universal / VÖ: 08.08.2008 ]

Text: Christian Steinbrink

Wenn man ein bisschen sucht, kann man in der weit verzweigten Geschichte der Popmusik noch eine Menge Substile und Anregungen finden, die einer Renaissance in modischem Outfit würdig sind.

Eine dieser fast vergessenen Musiken haben jetzt die Fleet Foxes aus Seattle ausgegraben und dieser in ihrer Interpretation zu ganz neuen Weihen verholfen: dem populären Folkrock der 1960er. Rock, der heutzutage kaum noch Rock genannt werden würde und in der aufkommenden Hippie- und Antivietnamkriegsbewegung seine kommerzielle Sternstunde feierte. Eigentlich könnte man denken, dass diese Musik vor allem durch Simon & Garfunkel und Crosby, Stills, Nash & Young schon hinreichend ausformuliert worden ist, aber den Fleet Foxes gelingt auf ihrem Debütalbum in beeindruckend souveräner Manier eine derart traditionsbewusste und doch frisch klingende Fortführung, dass die Platte zwangsläufig eine der besten Veröffentlichungen des bisherigen Jahres genannt werden muss.


Das Quartett aus dem Nordwesten hat sich darauf verlegt, seine Musik durchgehend naturalistisch und klassisch, inklusive der damals verwendeten außergewöhnlichen Klänge wie Querflöten, zu arrangieren. Herausgekommen sind atemberaubend schöne Songs, die in ihrem altbekannten und alle Klischees bestätigenden Gewand nur noch mehr wirken. In ihren Rückverweisen sind die Fleet Foxes noch konsequenter als die stilistisch ähnlichen gelagerten (frühen) Shins und stechen so noch deutlicher aus der Riege zeitgenössischer Indie-Releases heraus.

Die vielfältigen Saiteninstrumente und der helle und ausdrucksstarke Gesang flirren durchgehend warm und sonnig, ohne auch nur eine Sekunde das Gefühl zu vermitteln, unpassend zu den heutigen Verhältnissen zu stehen. Stattdessen weckt diese Musik Stimmungen und Bilder von praller Sonne, matter Müdigkeit und High Noon mit Clint Eastwood. Und ganz oben am wolkenlosen Himmel kreist doch tatsächlich ein Kondor majestätisch über den sandigen Gesteinsformationen des Arizona Strip. Was für ein Panorama, was für eine Musik.



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