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Ratatat

»LP 3«

[XL / Beggars / Indigo / VÖ: 11.07.2008 ]

Text: Felix Scharlau

Ratatat haben auf den zweiten Blick eine Menge gemeinsam mit Daft Punk.

Zwar zielten Mike Stroud und Evan Mast mit ihrer Musik nie in Richtung Party-Main-Floor, stattdessen wurde stets mit Samthandschuhen gefiltert, so, als seien schlafende Kinder im Raum. Auch das Markenzeichen der Band, die Gitarren von Mike Stroud, die immer klingen wollten wie Synthies, die wie Gitarren klingen, hatte vornehmlich ornamentalische Funktion. Weniger die, den nächsten Mitgrölpart zu untermalen. Die Grundgrammatik der Tracks und die überbordende, süßliche Melodie-Verliebtheit ließen dennoch stets das Bild einer Daft-Punk-Wimp-Version aufpoppen, sobald ein Stück der mittlerweile auch passionierten New Yorker Remixer lief. Jetzt, mit dem schlicht betitelten dritten Album, folgt leider schon die nächste Parallele zum französischen Überduo: Wie dessen letztes Studio-Album "Human After All" wirkt auch "LP3" in den schlimmsten Momenten nur noch wie eine Karikatur von sich selbst.


Viele Stücke mimen eine Art funktionale Pausenmusik, wie man sie aus Videospiel-Menüs kennt - wobei die Pause mitunter die ganze Albumlänge anzudauern scheint: Kein einziges Stück bricht spürbar lange mit diesem offensichtlichen Diktat der angezogenen Handbremse. An den kaum vorhandenen Dynamikwechseln kann es eigentlich nicht liegen, diesen klassischen Modus mussten Ratatat noch nie ziehen, um zu überzeugen. Aber irgendetwas fehlt diesem Album, das die Vorgänger noch auf die gute Seite der Lounge gezogen hatte. Schade.



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