The Dodos
»Visiter«
[Wichita / Coop / Universal / VÖ: 24.03.2008 ]
Text:
Christian Steinbrink
Eigentlich ist die Sache klar: The Dodos aus San Francisco sind auf ihrer zweiten Platte ein so naturalistischer wie hinterlistiger Anti-Folk-Act. Zumindest muss das beim ersten unbedarften Hören der Platte so wirken.
Schließlich klingt das alles ziemlich Lo-Fi, schließlich sind selbst die zweifellos vorhandenen Gitarreneffekte auf akustisch getrimmt, schließlich erinnert die rasante Rumpeligkeit der meisten Stücke an fortgeschrittene Stufen eines Hillbilly-Squaredances. Nach und nach erschließt sich aber etwas ziemlich anderes: The Dodos sind experimentell, auch wenn sie sich klanglich bewusst und genussvoll limitieren. Richtig catchy klingt die Band dabei selten, in erster Linie auf der tollen Single "Fools".
Der hauptsächliche Reiz dieser Musik liegt eher in ihrem Forscherdrang und in der Verdeutlichung des unveränderten Potenzials herkömmlichen Folkinstrumentariums. Klar, die Dodos würden nicht so hoch gehandelt, wenn nicht auch manches an populäre Acts wie Vampire Weekend oder, gerade in enthusiastischen perkussiven Momenten, Tilly And The Wall erinnern würde. Trotzdem gibt es auch abseits des rasanten Tanzspaßes gute Gründe dafür, dieses Album zu genießen.
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