Daedelus
»Love To Make Music To«
Text:
Martin Büsser
HipHop ist als Genre so festgefahren, so zementiert, dass es eigentlich keinen Sinn mehr macht, Daedelus-Musik als experimentellen HipHop zu bezeichnen. Aber genau das ist sie eigentlich: vom HipHop entlehntes Sampling, angereichert mit allem Erdenkbaren, was die Plattenkiste hergibt - Soul, Dubstep, House, Techno, Funk, Industrial und eine Prise Sun-Ra-Futurismus.
Ähnlich wie im Fall der Anticon-Crew ist dies allerdings nichts, wonach sich der gestandene HipHop-Fan die Finger lecken würde. Dieses verformte Monster aus gepitchten Stimmen und hysterisch aufgedrehten Spielhallen-Sounds wartet mit keinerlei Message auf, ist an keiner Stelle wirklich cool, sondern einfach nur humoristisch überdreht. Dass dieser Humor - man könnte es auch Respektlosigkeit nennen - ebenfalls eine Form von Coolness ist, geradezu Meta-Coolness, dürfte eine Erkenntnis sein, die sich erst ab einem gewissen Alter einstellt. Insofern spielt Daedelus wunderbar verknotete Musik für den potenziellen HipHop-Fan ab dreißig. Eine Zielgruppe, die vielleicht größer ist, als man denkt, und die froh sein kann, dass es solche Nischenprodukte noch gibt.
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