Diverse
»Melt! Compilation IV«
[Unter Schafen / Al!ve]
Text:
linus volkmann
Das Melt! Festival, es wächst und wächst. Fast möchte man sich hinreißen lassen zu Baby-Metaphern. Schließlich ist es seit etlichen Jahren ja das von Intro. Und wir sind eben stolz wie bekloppt, wenn wir sehen, was daraus wird. Und was damit alles zu tun hat ...
Ein Sidekick von Melt! hat sich dabei spätestens letztes Jahr ganz weit hervorgetan: die Compilation. Doppel-CD, die Electro und Gitarre zusammendenkt, zusammenbringt - als wären sie nie getrennt gewesen. Und damit es hier aber nicht nach Eigenlob stinkt, soll der Kompilator höchstselbst zu Wort kommen. Der ist nämlich nicht Intro - sein Logo: Unter Schafen. Ein befreundetes, Al!ve-verknüpftes Label aus Köln, das immer wieder überrascht. Mit elektrischen Acts wie Metric oder Gitarrenhunden wie den Barseros oder aber auch politischen Compilations wie einst "Die Hölle, das sind die Anderen". Und eben "Melt!".
Unter Schafen hat ja schon die unterschiedlichsten Sounds, Nationalitäten und Zusammenhänge auf CD gebannt. Wie verstehst du den roten Faden des Labels, und wie passt die Melt!-Compilation für dich da rein?
Timo Löwenstein: Unter Schafen Records steht nach wie vor für den Slogan: Gegen die Vereinheitlichung der Vielfalt! Wir leben im Jahr 2008, und wir alle sind doch verschiedenen Einflüssen und Musikrichtungen ausgesetzt. Mein persönlicher musikalischer Horizont ist, nicht zuletzt auch durch meine Vertriebsarbeit bei Al!ve, sehr breit gesteckt. Ich höre verschiedene Musik aus unterschiedlichen Genres. Dennoch zieht sich ja ein roter Faden durch die Veröffentlichungen. Nämlich die Gitarre. Ob Indie-Rock, Post-Punk, Songwriter-Sound oder rockender Electro, ist dabei egal. Musik muss mich bewegen. Das tun die Melt!-Acts im doppelten Sinne. Dort spielen entweder Lieblingsbands oder Electro-Acts, bei denen man prima das Tanzbein schwingen kann.
Einen guten Newcomer unter die Leute bringen oder eine Compilation zusammenstellen - was ist der leichtere Job, und wo liegen die Tücken?
Tücken gibt es bei beiden Varianten. Die Zusammenstellung einer Compilation ist ja meistens eine sehr subjektive Angelegenheit. Man kann dann nur hoffen, eine möglichst repräsentative Auswahl getroffen zu haben. Bei einem Newcomer ist es ähnlich - man glaubt an den eigenen Geschmack. Doch der direkte Vergleich bleibt schwierig ...
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