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Spiritualized

»Songs In A & E«

[Cooperative / V2 / Universal / VÖ: 10.06.2008 ]

Text: Joachim Henn

"A & E" steht nicht etwa für die Tonalitäten auf dem Album, sondern für "Accident & Emergency", die Notaufnahme. Dort landete Sänger Jason Pierce während der Aufnahmen mit einer Lungenentzündung. Die Songs aber waren schon vorher da.

 

Auf dem neuen Album der ewigen Post-Spacemen-3 trifft man auf vornehmlich einfache, die bekannte Bandbreite des Schaffensspektrums allerdings weiter auslotende Stücke (inklusive eines traumhaften Duetts in "Don't Hold Me Close"). Aber wie gesagt, alles bewusst reduziert. Was nicht bedeutet, dass man auf "A & E" auf Bläser, Streicher und Konsorten verzichten müsste. Wohl aber auf ausgeprägte Psychedelia.


Von einem gewaltigen Produktionslevel scheinst du abgerückt zu sein.
Ich wollte ursprünglich eine Platte machen, die an "Amazing Grace" [das Vorgängeralbum] angelehnt ist, die sich nicht hinter Studioeffekten und der Produktion versteckt. Und zu jener Zeit hatte ich das Gefühl, dass viele Platten fast überwiegend aus Produktion bestehen, die wenig Inhalt, keinen tollen Song und nicht viel zu sagen haben, aber aufgemotzt werden, damit die Leute glauben, sie würden tolle Musik hören oder Musik, die sie wirklich hören möchten.

 

Was macht den Entstehungsprozess der Platte aus?
Ich hatte in kurzer Zeit ein paar Stücke geschrieben, was mir ziemlich selten passiert, und wollte sie schnell veröffentlichen. Dann wurde ich ziemlich krank und benötigte zwei Jahre, um das durchzustehen. Es blieb mir ein begonnenes Stück Arbeit, das alt war. Es war sehr schwer, wieder einen Anschluss an die Platte und eine Möglichkeit zu finden, sie fertigzustellen. Der andere schräge Aspekt ist, dass die Platte klingt, als hätte ich sie nach der Krankheit gemacht. Es war ein Schock, festzustellen, dass die Stücke nicht die emotionale Stimmung hatten, in der ich vor der Krankheit eigentlich hätte sein müssen.

 

Befeuert das nicht eine Hörerwartung nach Biografischem in den Stücken?
Man sucht immer nach der wörtlichen Bedeutung in den Texten: Etwas wird gesagt, was bedeutet, dass exakt das passiert ist. So, wie ich Platten mache, kann man das nie wörtlich nehmen. Am Ende steht ein Song, in dem viel künstlerische Information steckt. Nicht, dass diese die Emotionen oder den Inhalt des Songs negieren würde. Aber Menschen nehmen Musik auf einer Ebene wahr, die sie selbst betrifft, nicht auf der Ebene, auf der die Musik den Künstler verlassen hat. Das ist wichtig und nicht, dass ich jetzt irgendwelche Geschichten erzähle, die hinter den Songs stecken. Das wird ohnehin irrelevant, wenn es um die Musik geht, wenn man beginnt, die Musik zu hören. Denn die Musik ist es, die dich bewegt, unabhängig von der Geschichte.
 



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