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My Brightest Diamond

»A Thousand Shark's Teeth«

[Asthmatic Kitty Records / VÖ: 20.06.2008 ]

Text: Christoph Dorner

Hält man sich streng an die Fakten und deren popkulturelle Verklärung, ist Shara Worden alias My Brightest Diamond vielleicht sogar mehr Björk als das isländische Blumenmädchen selbst: Kind eines nationalen Akkordeon-Meisters und selbst studierte Vokalistin und Violinistin. Indie, Techno-Remixe, Pop – alle Stile, viele Ziele. Dazu noch ihre Vorliebe für eine Selbstinszenierung gemeinsam mit Mutter Natur.

Die zierliche New Yorker Songschreiberin hat mit ihren 30 Lenzen wirklich schon einiges geleistet und ist zumindest bei uns damit nicht sonderlich aufgefallen. Das dürfte sich mit 'A Thousand Shark’s Teeth' ändern, schließlich klingt das Album mit seinen klassischen Arrangements und dem operettenhaften Gesang, als hätten Beth Gibbons, Joanna Newsom und Tom Waits gemeinsam – und eher ohne Björk – an einem extra düsteren Soundtrack zu 'Alice im Wunderland' gearbeitet. 'Peter & der Wolf' ginge auch. Jedenfalls lebt das Album von einer atmosphärischen Perfektion, die 2008 ihresgleichen sucht. Du hast dir sechs Jahre Zeit für diese Songs genommen und zwischenzeitlich eine Indie-Rock-Platte aufgenommen.


Arbeitest du gerne in zwei verschiedene Richtungen?
Das ist meine Art, Balance im Leben herzustellen. Ich habe Geige studiert, arbeite aber auch gerne mit Rhythmen und Schlagzeugsound. Es war sehr schwierig, mit dem neuen Album zufrieden zu sein, weil die Streicherarrangements das Grundgerüst der Platte bilden und die Songs nicht analytisch, sondern gefühlvoll klingen sollten.

Kannst du Einflüsse für 'A Thousand Shark’s Teeth' benennen?
Mit Sicherheit 'Alice' und 'Blood Money' von Tom Waits, aber auch Beth Gibbons und Peter Gabriel mit ihren Soloarbeiten. Die Lyrics wiederum reflektieren stark die Dialektik zwischen Himmel und Erde, wie sie der deutsche Expressionist Anselm Kiefer in seinen Arbeiten oft aufgegriffen hat.

Du warst außerdem als Cheerleader in der Band von Sufjan Stevens ...
Ich bin seit Langem mit Sufjan befreundet und war mit ihm schon mit dem Album 'Seven Swans'  als Sängerin auf Tour, wo wir uns mit Federn verkleideten. Bei 'Illinois' waren wir Cheerleader, zu »Avalanches« steckte Sufjan uns in Schmetterlings-Kostüme. Ja, er ist da sehr eigen.



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