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Weezer

»Weezer (Red Album)«

Text: Sandra Brosi, Christian Steinbrink
[1 Kommentar]

Das Video in der Wüste mit den Tieren und das Video in den Kulissen zu 'Happy
Days'
– wer nichts von Weezer kennt, kennt immerhin das. Reicht das vielleicht sogar? Braucht dieses Jahrzehnt wirklich noch radiotauglichen Pop-Emo aus den Neunzigern?

 

Pro:
Es darf wieder gerappelt werden im Beschwerde-Karton. Thema heute: "Wuäh! Weezer werden immer schlechter. Sie sind nicht mehr so wie in den 90ern, als ich mir dazu im Schlafsack auf der Schulfreizeit die Pickel ausgedrückt habe und am letzten Tag zum ersten Mal von Alkohol kotzen musste."


Für all die Jammerer hier die richtige Lesart zu ihrer Enttäuschung über die neue Weezer-Platte: Nicht die Band, nein, ihr seid über die Jahre schlechter geworden. Rivers Cuomo und die Band geben doch auf dem Cover-Artwork schon die neue Richtung vor: Sie sehen aus wie eine Mischung aus Indie-Village-People und The Killers in ihrer U2-Phase. Also nix mehr mit dem Bubi-Look, auf dessen Karte sie einst Pop-Emo in den Charts hoffähig machten. Das rote Album hier greift in und um sich. Vielseitiger klang die Band nie. Sicherlich geht es hier nicht darum, Experimente zu machen, der Avantgarde zuzuspielen oder Ähnliches.

 

Dennoch ist man aber weit entfernt, nur MTV zu bedienen. Tolle Songs, allen voran 'The Greatest Man That Ever Lived': ironisch, eingängig, Hit. Keine Ahnung, wer je dachte, von dieser Band etwas anderes zu verlangen. Diese Platte ist eine Bank, ich halte eine Renaissance der Band auf Green-Day-Level durchaus für möglich. Zumindest in den Staaten. Problematisch könnte in Deutschland für die Herren werden, wenn sie sich wieder derartig rar machen würden. Das ist nämlich der eigentliche Skandal, wenn es um Rivers und Co. geht. Und nicht, dass sie der mäkeligen End-Twen-Crowd nicht mehr deren Jugend zurückgeben können. Die habt ihr mit dem verkotzten Schlafsack abgegeben. Zieht da bitte niemand anders mit rein (oder runter).


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  • 25.07.2008 | 12:52:22

    Der Versuch, dem "alten Fan" auf wenig subtile Art und Weise ans Bein zu pinkeln, wird die Platte leider nie und nimmer besser und "The Greatest Man..." zu einem Hit machen. Immerhin einer von 2 Songs, der sich an den ursprünglichen Weezer-Tugenden versucht - und traurigerweise gnadenlos scheitert (die Melodie nervt doch schon beim dritten Hören gewaltig..). Der andere ist, klar, "Porks&Beans". Gefällt gut, stinkt aber gegen jede B-Seite von 94/96 ab (da hab ich im übrigen bereits auf weit höherem Niveau gekotzt als im Artikel beschrieben). Die Platte ist halt größtenteils NETT, teilweise auch ganz schlimm (Dreamin, The Angel and the One). Das klingt mir alles zu sehr nach den Eels, die bei mir auch nie über ein NETT hinauskamen (vielleicht mit Ausnahme der ersten Platte). Für eine der wenigen Bands, die ich mit Tränen in den Augen und Fieber im Herzen gehört habe und es immer noch bei besonderen Gelegenheiten tue, was hier auf Pickel ausdrücken und Jugendfreizeiten reduziert wird ("Brosi - eine Frau blickt durch"), ist nett einfach nicht gut genug. Ehrlich gesagt empfand ich "Make Believe" noch als interessanter. Platten diverser Lieblingsbands von damals hab ich längst verscherbelt oder sie setzen Staub an und können sich nur noch aus nostalgischen Gründen im Regal halten. Weezer-Platten gehören nicht dazu. Und dann gibt es Bands, die können sich komplett häuten und mich immer noch begeistern (s. Notwist, Dover, Jesse Malin mit D Generation und solo). Da gehören Weezer leider auch nicht zu.

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