Angry Teng
Nich zu fassen
Text:
Mick Schulz
Bei Angry Teng hängt der Haussegen schief. Hört man seinen Texten zu, muss man sich doch immer wieder wundern, wie es kommt, dass dieser Typ HipHop macht. Was da in seinen Stücken Ausdruck findet, hat so gar nichts mit den üblichen Sujets des Genres zu tun. Hie und da denkt man, ein Hörspiel zu hören, das jemand frei nach Lovecraft in Reime gefasst hat.
Seltsame, meist fantastische Welten errichtet Teng mit seinen Worten - und klingt dabei nur selten "angry", eher verträumt in düstere Fantasien verstiegen. Dabei driftet Angry Teng, was die Sujets anbetrifft, zwischen Hawkwind und Manowar, und sein Bücherregal dürfte sich biegen vor Poe, Science-Fiction und vielleicht auch einem Bändchen Anton LaVey. Obwohl das wenig nach HipHop klingt, funktioniert es großartig, vor allem weil die dunkel-verspulten Gedanken ganz vorzüglich durch die Instrumentalsounds geerdet werden.
Am schönsten in dieser Hinsicht ist der Song "Salamander": mit viel Steel Drum, einem isländischen Flüsterpart und einem Sample, das ziemlich nach Bohren & Der Club Of Gore klingt, schlägt der Track die weite Brücke zwischen Mystik und HipHop. Da bleibt man erfreut und leicht ratlos zurück. Dass so was auch zusammengeht ...
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