Wolf Parade
»At Mount Zoomer«
[Sub Pop / Cargo / VÖ: 17.06.0008 ]
Text:
Christian Steinbrink
[20 Kommentare]
Die Ansage ist deutlich: "Nach 'Apologies ...' schrieben wir noch vier bis fünf Songs, jedoch schmissen wir sie raus. Sie hörten sich an, als wenn wir schon längst fertig wären. Wir hätten es uns wirklich einfach machen können, aber das war nicht der Punkt." Mit diesen Worten wird WP-Sänger Dan Boeckner im Info zitiert, und sie machen noch nicht mal in vollem Umfang ihre auf dem Zweitwerk "At Mount Zoomer" hörbaren Konsequenzen klar.
Bei manchen Bands hält man es für ratsam, wenn sie einen Stilwechsel vornehmen. Bei Wolf Parade ist es, ganz konservativ gedacht, schade, denn vollständig ausformuliert war ihr energisch-schroffer Indierock noch nicht. Die Band selbst sah das anders; und das auf der neuen Platte hörbare Resultat lässt sich wie folgt zusammenfassen: weniger punkige Dynamik, weniger Indie-Harmonie, kaum noch schlanke Melodien. Stattdessen Rock der deutlich komplexeren Sorte. In gewisser Weise ist das der Fortgang wie bei den Blutsbrüdern Modest Mouse, doch Wolf Parade vollziehen den Schritt radikaler.
Ihre Songs sind, ähnlich denen der späten Beatles, aus kreuzverschiedenen Teilen anspruchsvoll zusammengesetzt. Die Stimmung ist insgesamt viel undurchsichtiger, der Gesamteindruck deutlich musikalischer als beim Debüt. Einflüsse von Talking Heads bis hin zu Genesis und Doors lassen sich zumindest nicht komplett von der Hand weisen. "At Mount Zoomer" ist eine Platte, die herausfordert, keine, die man gleich ins Herz schließt. Vielleicht gelingt das mit der Zeit. Bis dahin ist man gut beraten, die Herausforderung anzunehmen.
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smartK 06.06.2008 | 15:43:48
wie sehnsüchtig ich sie erwartet hatte! und dann das. ein solides album, ja, ihre stärken spielt die band allerdings überhaupt nicht aus, beide songwriter liefern hier wesentlich schwächeres material als für ihre seitenprojekte
scr 07.06.2008 | 08:55:23
das stimmt so nich ganz ..nach dem mittlerweile 20sten durchlauf kickt das zeug..immernoch schönes wolf parade rumpel dipumpel
rockotron 07.06.2008 | 14:44:55
lackaffe
ich halte es mit smartK. leider kein vergleich zu "apologies...". ein indie-rock album. ich bleibe bei der letzten sunset rubdown...
Kjell 08.06.2008 | 02:16:02
my favourite bit of criticism
Ich werde auch nicht so richtig warm damit. Und ich versuche es fast schon verzweifelt. Vielleicht war es auch ein Fehler wochenlang die druckvolleren Live-Versionen rauf und runter zu hören. Zudem die Live-Compilation (eines Blogs) zwei, drei Titel enthielt die weitaus stärker sind als die meisten der Lieder auf At Mount Zoomer. Wenn ich da an (Achtung: nur Live-Titel) Things I Don´t Know, Cathedral Bells oder Gonna Love You Like I Do denke... schade. Da wär viel mehr drin gewesen.
Hört sich alles so an, als würde jeder sein eigenes Ding machen. Die Spencer-Sachen sind zu sehr Spencer während die Dan-Sachen zu sehr...usw... Das Debut war da wesentlich homogener. Nicht auszuschließen, dass ich das noch anders sehen werde. Für mich aber bisher einer der Enttäuschungen des Jahres.
rockotron 08.06.2008 | 05:16:30
lackaffe
Die Spencer-Sachen sind zu sehr Spencer während die Dan-Sachen zu sehr...usw
das trifft es recht gut, wie ich finde.
Legalman 08.06.2008 | 06:37:02
Rotweintrinker
Hm, ich werde da auch noch nicht mit warm. Andererseits hab ich für Apologies ... auch ein wenig länger gebraucht als andere ...
Robin R Rauschenberg 08.06.2008 | 12:57:38
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Die Spencer-Sachen sind zu sehr Spencer während die Dan-Sachen zu sehr...usw
das trifft es recht gut, wie ich finde.
wobei ich auf der platte die dan sachen überraschend besser finde.
nach dem ersten überschwang, vermag das album auch bei mir nicht so viel zu reißen. langauge city und fine young cannibals wären hier aber meine favoriten. insgesamt ist mir das alles doch eine spur zu progressive.
Trondheim 08.06.2008 | 13:39:14
Verdammt, ihr macht mir Angst. Ich habe noch nicht reingehört und fürchte jetzt das schlimmste.
mistawill 08.06.2008 | 13:51:52
ich reihe mich in die schlange der enttäuschten ein.
kirschstern 14.06.2008 | 17:17:49
Bei mir hat's mit Sunset Rubdown nie so geklappt und Live-Versionen kenne ich auch nicht und ich mag die Platte. Das ging sogar ziemlich schnell. Also kein langes Schönhören oder so. Torzdem muss ich da nochmal genauer hinhören und die Frage nach der Halbwertzeit ist auch noch nicht beantwortet.
rockotron 16.06.2008 | 03:14:20
lackaffe
hab im auto neulich nochmal "apologies..." gehört - die hat mich sofort wieder gepackt, klingt immer noch erstaunlich frisch. die hatte in gewisser weise so etwas kompaktes, minimalistisches und war (trotzdem) verspielt und ideenreich.
es gab doch mal diesen "welcher band würdet ihr keine schlechte platte zutrauen"-thread - trotz kurzer vita hätte ich wolf parade zugetraut in dieser liga spielen zu können. again: schade, schade.
Editiert von
rockotron am 16.06.2008 03:16:14
rockotron 16.06.2008 | 03:16:59
lackaffe
ergänzung: obwohl ich "at mount zoomer" nicht SCHLECHT nennen will. aber verzichtbar.
Kjell 16.06.2008 | 03:42:44
my favourite bit of criticism
obwohl ich "at mount zoomer" nicht SCHLECHT nennen will. aber verzichtbar.
Genau letzteres ist die große Enttäuschung für mich. Vor allem, weil ich es als den ersten Output dieser Art in dem ansonsten fantastischen krugschen Umfeld nennen würde.
Editiert von
Kjell am 16.06.2008 03:44:48
baddiel 01.07.2008 | 23:58:08
der erstbeste bin ich!
hallihallo? eben das erste mal gehört. kickt doch von beginn an.
BadBrain 02.07.2008 | 07:12:05
zack! regierung gestürzt.
ich find sie auch vom ersten moment an großartig. ich weiß aber was die skeptiker meinen.
LucTonnerre 02.07.2008 | 10:51:48
Ich mag die Stimme einfach nicht. Weder bei neuen noch bei alten Sachen. Schade.
Robin R Rauschenberg 02.07.2008 | 11:20:05
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welche? dans oder spencers?
LucTonnerre 02.07.2008 | 11:46:16
Ach singen da 2? Siehste... so abgetörnt hat mich die Stimme...wessen auch immer...
Robin R Rauschenberg 02.07.2008 | 12:23:41
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01 soldier's grin: dan
02 call it a ritual: spencer
03 language city: dan
04 bang your drum: spencer
05 california dreamer: spencer
06 the grey estates: dan
07 fine young cannibals: dan
08 an animal in your care: spencer
09 kissing the beehive: dan & spencer
bei diesem album gewinnt dan qualitativ ganz klar.
spencer ist der mit dem wirrscherem gesang, öfter mal zu lalala, jodeln und falsett alá carey "frog eyes" mercer tendierend. besser war es, wie öfter schon von anderen erwähnt, bei sunset rubdown.
LucTonnerre 02.07.2008 | 13:33:37
danke für die info.
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