Hadouken!
»Music For An Accelerated Culture«
[Warner / VÖ: 27.06.2008 ]
Text:
Henrik Drüner
Live brechen alle Dämme. Kürzlich auf der Melt!-Klub-Tour wurde im Deichkind-Stil die Bühne geentert, mit den Neonleuchtstäbchen zwischen den Zähnen. Bei diesem Bastard aus The Streets, Prodigy und Linkin Park - um nur die Besten zu nennen - bleibt auch keine andere Wahl, als ein wenig Randale anzuzetteln. "Declaration Of War" heißt nicht von ungefähr die erste Single des britischen Quintetts, benannt nach einer Spezialbewegung aus dem Computerspiel "Street Figher".
Eine konsequente "Wir-kapitulieren-nicht"-Haltung durchzieht das Album, die Produktion auf Anschlag, immer auf der Überholspur. Sänger James Smith hat einen schweren Stand in diesem Gerangel, strapaziert seine Stimmbänder beinahe wie Bill Kaulitz. Man weiß ja, wie das endet. Wabernde Keyboardflächen und ein subsonischer Bass füllen den Hintergrund, davor konkurrieren stachelige Synthie-Melodien und Bratz-Gitarren um die Pole. Apropos: Warum nicht besser gleich Bratze hören? Aber dieser Testosteron-Electroclash von Hadouken! macht mich zu Hause erst Fürchten, dann sinnieren. Selbst eine Ausnahme wie "Driving Nowhere" durchbricht nur kurzzeitig den konstanten Alarmzustand.
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