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Coldplay

»Viva La Vida Or Death And All His Friends«

[Parlophone / Emi / VÖ: 13.06.2008 ]

Text: Jürgen Dobelmann
[13 Kommentare]

Heutzutage sind ja alle schlau. Kaum nach Bekanntwerden des blasierten Albumtitels brachen die (Online-) Diskussionen los. Bar jedweden musikalischen Belegs war die Einigkeit bei den Postern groß: Zweifelsfrei sei Bandleader Chris Martin von allen guten Geistern verlassen - das gänzlich unbescheiden mit dem Weltkulturerbe'esken Gemälde "La Liberté Guidant Le Peuple" von Eugène Delacroix verzierte vierte Coldplay-Album werde ganz gewiss ein abgehobenes Oeuvre d'Art und läute unweigerlich den wie-auch-immer-gearteten Abstieg der Briten ein.


Hey Leute, schon mal was von Rufmord gehört? Immerhin hängen da ja auch einige Hundert Arbeitsplätze dran! Zugegeben: Es ist schon ein Dilemma mit der erreichten Größe.
Da ist es dann wohl unvermeidlich, dass es bei der weltweiten Coldplay-Berichterstattung stets auch um den monströsen Status und die damit einhergehende Verkaufserwartung gehen muss. Und möglicherweise auch deswegen überließ das Quartett bei der Besetzung des Kreativteams für die Erstellung des kommenden Nummer-eins-Albums nichts dem Zufall: Für die euphorisierenden, U2'esken Stadion-Momente nebst monotoner Bassline wurde auf eigenen Wunsch Brian Eno eingekauft, für Indie-Affinität bzw. das Flair desperater Getriebenheit holte man sich Arcade-Fire-Produzent Markus Dravs ins Londoner Bakery-Studio.

Martins erklärte Zielsetzung, ein Album zu erschaffen, dass "vor allem unterhaltsam" sein und "42 Minuten mit zehn großartigen Songs bieten, die hoffentlich für viele Leute Lieblingsliedcharakter besitzen", soll, findet auf dem endgültigen Tonträger irgendwie nicht die komplette Entsprechung. Zwar gewährleistet die Band durch die Hinzunahme allerlei dezenter Weltmusik-Elemente und Stil/Tempo-Brüche innerhalb der Stücke ein uneingeschränkt hohes Entertainment-Level, doch mag die Identifizierung etwaiger persönlicher Mitsing-Favoriten den einen oder anderen der zu erwartenden etwa zehn Millionen Album-Käufer vor nicht unerhebliche Schwierigkeiten stellen. Gar zu Christo-und-Jeanne-Claude'haft verschleiert Meister Eno die überwiegend wohlig-erhabenen Larger-than-life-Songs mit dem für ihn Trademark'haften Klang-Kokon. Andererseits: Vielleicht waren's ja auch nur die Boxen bei meiner Listening-Session.




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  • User: kopfpauschale
  • kopfpauschale 16.06.2008 | 10:33:20

    kursiv formatierter Text
    ein rundes, schönes album...klingt im vergleich zum überfrachteten vorgänger wieder lebendiger, farbiger...und angenehm bescheiden.

  • Feelgood 17.06.2008 | 13:29:00

    Ich finde es immer wieder faszinierend, wie jemand ein paar hundert Worte aneinanderreihen kann, ohne etwas zu sagen. Diese Kritik ist wirklich eine von der Sorte "...die die Welt nicht braucht".

  • buenaventura 17.06.2008 | 13:31:00
    hashomer
    ich bin sehr gespannt auf das urteil von addictedtochocoplay.

  • addictedTOchocolate 17.06.2008 | 13:33:17

    Vinyl Käufer aufgepasst: Für Amis die Deluxe Variante als Doppel LP mit gratis CD. Für EU-Hoschis gibts die normale LP.

  • User: victorward
  • victorward 20.06.2008 | 10:32:22

    Also trotz aller U2- und Pathos-Ambitionen mag ich Coldplay ja recht gerne, aber: wo sind auf dem neuen Album von der Single mal abgesehen die Hits? Mich überzeugt das neue Album bislang überhaupt nicht

  • User: Snuggels
  • Snuggels 21.06.2008 | 12:16:34

    Nach "Parachuts" ist es auch nicht leicht überzeugt zu werden. Gerade das letzte Album war eine Katastrophe, wie ich finde. Umso skeptischer war ich Vorfeld was "Viva La Vida" betrifft. Nun muss ich sagen, dass es gar nicht so schlimm ist, wie ich befürchtete. Es sind keine großartigen Hymnen. Alles klingt einfach sehr Massenkompatibel, aber das muss man in der heutigen Zeit wohl sein. Unter diesem Aspekt bin ich aber doch positiv überrascht. Es ist nicht grandios, aber durchaus brauchbar!

  • User: morus
  • morus 21.06.2008 | 13:38:19

    Brauchbar ist eine gute Beschreibung. Tut nicht weh und ist im Radio erträglicher als sagenwirmal Bryan Adams.

  • User: Axolotl
  • Axolotl 21.06.2008 | 13:43:45

    Echt Weltkulturerbe'esk, diese Kritik. Vom Inhalt und den schwachsinnigen Wortbildungen und Apostrophen abgesehen halt...

  • User: marylin monrose
  • marylin monrose 23.06.2008 | 12:30:43
    ich will keine freunde
    ist einfach keine gute platte. stören würde mich das normalerweise nicht, denn schlechte platten gibts ja wie strand am meer, aber zum einen ist das ganze von einer plakativen klebrigen aufdringlichkeit, die für mich auch nur kurzen kontakt unangenehm werden lässt, zum anderen kann man sich dem theater kaum entziehen. coldplays neue platte = sog. ärgernis

  • User: ledivo
  • ledivo 14.07.2008 | 11:08:04
    DandyFromTheUnderworld
    Das neue Coldplay Album hat mich echt überrascht, ein ziemlich gelungenens Pop-Album! Allerdings müsste der uncharismatische Chris Martin endlich ersetzt werden, denn genau das ist es, was dieser Band fehlt. Was wäre U2 ohne Bono, Roxy ohne Ferry ... gottlob gibt es Guy Berry am Bass, ein echter 'Hingucker', cheers!

  • scherbel 15.04.2010 | 08:54:06

    Muss man immer so überheblich meckern (und dann noch in einem Stil, der ganz schön in den Augen schmerzt)? Ist ja anstrengend. Ich mag das Album gerade wegen seiner Stilbrüche so gern: wer da nun am Mischpult saß, ist mir doch pelle. was rausgekommen ist, finde ich sehr hübsch erfrischend anders und DOCH Coldplay.

  • User: Jim Knopf
  • Jim Knopf 15.04.2010 | 11:18:45

    Die werden ganz groß.

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