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The Dresden Dolls

»No, Virginia«

[Roadrunner / Warner / VÖ: 16.05.2008 ]

Text: Wolfgang Frömberg

Alles bleibt anders bei den Dresden Dolls. Selbst beim Albumtitel verändern Brian Viglione und Amanda Palmer nur eine Nuance. Auf "Yes, Virginia" folgt "No, Virginia". Anlass genug für ein paar nuancierte Fragen an Brian. Und wo war Amanda?




Der Hauptunterschied, so Brian Viglione, zwischen "No, Virginia" und dem vorherigen Album "Yes, Virginia" liege in der würzigen Kürze, mit der The Dresden Dolls die Songs ihres fortlaufenden Brecht'schen Punk-Rock-Musicals, das zwischen einschmeichelnd bis over the top eine große Bandbreite von Kritikergewäsch zu evozieren vermag, heuer darbieten. Fünf Stücke stammen noch aus den Sessions zu "Yes, Virginia". Sind auch diesmal wieder Songs übrig geblieben - für die kommende Platte "Maybe, Virginia"? Nein, und es gebe bei den Dolls auch kein "vielleicht", meint Brian: "Wie der weise Yoda schon sagte: 'Do, or do not.'"

Du hast Amanda auf einer Halloween-Party in Boston kennengelernt. Welche Kostüme habt ihr damals getragen?
Amanda hatte sich als Aushilfskraft im Büro verkleidet. Sie trug einen braunen Rock, eine beige Bluse, ein billiges Armband und hatte das Haar hochgesteckt. Ich trug eine Lederjacke, war im Gesicht weiß geschminkt, und Kunstblut lief mir über die Stirn - ich sah aus wie das Opfer eines Verkehrsunfalls. Amanda sah mich und dachte: "Wer ist der süße Typ mit dem weißen Gesicht und all dem Blut?" Hat sie mir nachher erzählt. Schicksal.

Ihr habt das Theaterstück "The Onion Cellar" geschrieben, inspiriert von Günter Grass. Für "No, Virginia" habt ihr einen Song der Psychedelic Furs gecovert, "Pretty In Pink". Der Hollywood-Film aus den 80ern mit dem gleichen Titel basiert auf einem Drehbuch von John Hughes, der auch die Skripts zu "Breakfast Club" und "Home Alone" geliefert hat. Wenn du die Wahl hättest, einen Abend mit Grass zu verbringen oder mit Hughes - wie würde die Entscheidung wohl ausfallen?
Die Gesellschaft von John Hughes verspricht mehr Spaß, wenn man zum Bowling gehen und ein paar Biere trinken möchte. Die Atmosphäre könnte mit Günter etwas steifer sein.

Was machst du, während sich Amanda um ihr Solo-Projekt kümmert?
Ich habe seit einem Jahr ein paar verschiedene Tour- und Studioprojekte am Laufen und werde bald mit einer umwerfenden Band namens The World/Inferno Friendship Society auf Tour gehen. Neulich habe ich ein paar Songs für das neue Nine-Inch-Nails-Album eingespielt, "Ghosts I-IV". Es macht mir Spaß, mit unterschiedlichen Leuten zu kooperieren.





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