Dear John Letter
»Between Leaves / Forestal«
Text:
Thomas Markus
Das Cover des Debüts von Dear John Letter ist vor allem eins: schwarz. Nur die Umrisse eines Blattes sind zu erkennen. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man die Nachzeichnungen der verwobenen Blattadern. Dazu der Bandname: Dear John Letter. Eine Wendung, die als Synonym für einen Brief steht, in dem das Ende einer Beziehung erklärt wird. Dabei steht die Hörbeziehung zu den Augsburgern doch erst ganz am Anfang.
Einfach will es der Vierer dem Hörer nicht machen: Arrhythmische Drums laufen gegen punktgenaue Pickings; bittersüße Gesangsmelodien, die an Tools Maynard James Keenan erinnern, schweben über sperrigen, monotonen Riffs und werden zu minutenlangen Instrumental-Parts. Manchmal brachial wie bei The Ocean, Isis oder Aerogramme, manchmal nahezu fragil wie bei den isländischen Leisetretern Múm. Viel Liebe zum Detail, ein Faible für ausgefeilte Arrangements und Perfektionismus sind zu erkennen. Was das alles mit einem Ende zu tun hat? Nichts, lautet die Antwort. "Between Leaves / Forestal" ist kein Abgesang, sondern ein Aufbruch. Das kann man getrost so pathetisch stehen lassen.
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