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Peters

»Auffallen durch umfallen«

[Unterm Durchschnitt / Broken Silence / VÖ: 28.03.2008 ]

Text: Christian Steinbrink

Hier wird gar nichts wieder gut
Sie saufen, sind derb, sind Kumpels von Bratze und haben sich nach einem Lübecker Autohaus benannt. Klar, Underground ist Underground, Underground hat seine eigenen Kanäle und seine eigene Kundschaft und soll und will auch Underground bleiben. Trotzdem: Muss man die Weltöffentlichkeit auf eine derart tolle Platte wie die der Hamburger Peters nicht zumindest hinweisen?


Der Puls von Post-Hardcore schlägt zwar nach wie vor in den USA, aber auch in Europa und Deutschland finden sich Szenen und Bands, die das hohe Level aus Übersee mindestens halten können. Dazu gehören zweifelsohne auch die Ex-Lübecker, die erst jetzt, immerhin zwölf Jahre nach Bandgründung, beim formidablen Kölner DIY-Label Unterm Durchschnitt ihr erstes Album herausbringen.

Lange hat die Band an ihren Songs gefeilt, lange Wege von Studienort zu Studienort auf sich genommen - es hat sich gelohnt. Peters glänzen mit ungemein komplexen Songs, perfekten Gitarrenarrangements, wirkungsvollen Tempowechseln und einer packenden Dynamik. Darüber singt, jault und brüllt Sänger Torben, mal drohend, mal enthusiastisch, mal düster oder fordernd. Die Texte haben in ihrer Wut einen politisierten Appeal, changieren zwischen abstrakt und konkret und sind enorm druckvoll. "Wir wollen keine einfachen Slogans, so wahr sie auch sein mögen", erklärt Torben. Mal klingt das nach den Goldenen Zitronen, dann nach Cpt. Kirk & oder Brüllen, international können Les Savy Fav und North Of America als Referenzen herhalten.

"Auffallen durch umfallen" bietet dabei sogar noch deutlich mehr als ein aufwühlendes und komplexes Klangbild. Die Platte hat wärmend-poppige Momente, sie erzählt Geschichten, sie meistert mit "Zur Lage der Nation" auch mal vorzüglich den ausgelatschten Pfad der vertonten Medienkritik, sie lässt den Hörer aber auch auf unmittelbare Art und Weise teilhaben an Schmerz und Verwirrung, trotziger Ironie und Stolz. Sie macht es niemandem leicht, sie strotzt aber vor Substanz und Kraft. Es ist lange her, dass in dem Genre eine solch gute Platte aus diesen Breiten erschien. Verdammt viel für eine Band, die es eigentlich nur gibt, damit sich alte Schulfreunde nicht aus den Augen verlieren.






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