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BEWERTEN
 

Destroyer

»Trouble In Dreams«

[Rough Trade / VÖ: 17.03.2008 ]

Text: Christian Steinbrink

Dan Bejar a.k.a. Destroyer ist nicht nur ein anregend verwirrender Charakter, er hat in seiner beachtlichen und in letzter Konsequenz nicht wirklich erforschten Diskografie auch schon einige visionäre Irrwege genommen und ist nicht erst jetzt, mit seinem aktuellen Album "Trouble In Dreams", bei mit multiplen Reizen und einigen Deutungsebenen ausgestatteten, entrückten Breitwandpop zwischengelandet.




Die Zeiten minimalistischer Klangforschung hat Bejar hinter sich gelassen, die seit dem Albumvorgänger "Destroyer's Rubies" aufgemachte Zielvorgabe ist irgendwie US-Indie, aber nicht nur, denn auch eine expressionistische, reizvoll bis zum Overkill wirkende Ansprache. Das Album ist durchgehend großartig, fordert vom Hörer alles. Musikalisch rekurriert Bejar auf bedeutungsschwangere Stimmungen von Bowie bis hin zu den Flaming Lips, textlich sind die von ihm aufgemachten Bilder surreal, breit und undurchsichtig fabelhaft, immer auch humorig, nicht aber ironisch.

Die Deutungshoheit über dieses Werk, Platte wie gesamt, wird zumindest zeitgenössisch niemand erlangen. Und das hält den unvergleichlichen Reiz dieser Musik am Leben. Fragt in 20 Jahren noch mal die dann klügsten Popkritiker, sie werden Destroyer verehren und mit Sicherheit auch eine dann sehr schlüssige Bandgeschichte in mehreren Akten zu erzählen haben. Aber hier und heute? "You always had a problem flowing down rivers."



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