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Blaktroniks

»Mechanized Soul«

[Rubaiyat / Phazzadelic / Groove Attack / VÖ: 23.05.2008 ]

Text: Heiko Behr

In einem Intro-Interview vor sechs Jahren beschieden Blaktroniks dem Autor Jochen Bonz via E-Mail klipp und klar: "Sicherlich kannst du jede Menge Vermutungen über unsere Kultur anstellen, aber du bist dabei außerhalb und schaust nur herein." It's a black thing you wouldn't understand. Ich unterstelle jetzt mal: Das war gar nicht konfrontativ gemeint.




Der Satz bringt nur die unüberbrückbaren Widerstände auf den Punkt, wenn es darum geht, als weißer Europäer die afroamerikanische Situation zu verstehen, das Ausmaß der Unterdrückung zu begreifen, alle Implikationen wirklich zu durchdringen. Das ist nämlich: unmöglich. Die Blaktroniks allerdings, ein Projekt aus verschiedenen Künstlern aus verschiedenen Orten, sind letztlich auch auf ihrem fünften Album um Verständigung bemüht. So weit es eben geht. Mittels Soul im emphatischsten, umfassendsten Sinne.

Sie verschmelzen Deep House, D'n'B-Einflüsse, Avant-HipHop zu - Soul. Nein, das ist kein Entertainment. Den Stimmen, den Rappern, den Sängern liegt eine ernsthafte Autorität zugrunde, die z. B. einen Guru von Gang Starr auch zu mehr als nur einem MC macht. Dass die Stimme des Blues-Sängers, der der Hälfte der Tracks eine ungewöhnliche Würde und Verletzlichkeit verleiht, dem Vater des Gründungsmitglieds Edd Dee Pee gehört, macht nur Sinn. Die Stimmen stellen eine Verbindung zwischen der Vergangenheit, dem ewigen Leiden, der Düsternis und dem Heute her. Schallwellen als soulful Geschichtsstunde.



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