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The Raconteurs

»Consolers Of The Lonely«

[XL / Beggars / Indigo / VÖ: 25.03.2008 ]

Text: linus volkmann, Peter Flore

Der White-Stripes-Kopf Jack White haut mit seinem Promi-Sidekick Brendan Benson überraschend ein neues Album raus. Ohne Vorlauf, ohne Promotion. Ist das schon die neue Zeit oder ein Indiz für halbgaren Mist?




Benson und White veröffentlichen ihr neues und zweites Album "Consolers Of The Lonely" zeitgleich digital und eben auch "klassisch" im good old Plattenladen, ohne popjournalistisches Geplänkel im Vorfeld - die Fans sollen das Album zeitgleich mit der Poppresse bekommen und "vorurteilsfrei" hören können. Radiohead lässt grüßen. Fertig, raus damit! Was freilich auch übertragbar auf die Musik des Quartetts aus Detroit ist: 14 Tracks ohne großen Firlefanz, weder vom Instrumentarium her noch produktionstechnischer Natur. Trockener Roots-Rock in der ewigen Nonplusultra-Tradition von Led Zep, den Stones, den Beatles, Tom Petty, you name it.

Die erste Single "Salute Your Solution" riffrockt stoisch in bester AC/DC-Diktion, der kongeniale "Rich Kids Blues" ist zeitloser und melancholischer Songwriter-Rock und das finale "Carolina Drama" ein Storyteller-artiger Schlussstrich unter einem rundum gelungenen Zweitwerk, das seine Originalität aus der Stärke der Songs zieht, die in der trockenen, unspektakulären Produktion umso schillernder glänzen. Wo andere Bands um Authentizität buhlen, schütteln The Raconteurs selbige scheinbar aus dem Handgelenk: Alt.Country-Schrullen wie "Old Enough" oder die Spät-Beatles-Verbeugung "You Don't Understand Me" hat man freilich schon tausendmal gehört; damit es beim 1001. Mal noch hinhaut, braucht man wahrscheinlich eben einen Jack White.

Ein kleines Manko stellen tatsächlich die 14 Songs dar: Mit einer Songauswahl von zehn, elf Tracks hätte man sich vermutlich einen größeren Gefallen getan - zumal sich "Consolers Of The Lonely" in der Mitte etwas in der Wüste verirrt, nur um gegen Ende umso überzeugender zurückzukommen. Kein wirklicher Wermutstropfen, eher ein Plädoyer für den Mut zur B-Seite. Gab's damals noch, die Älteren werden sich erinnern.
Peter Flore

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