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18th Dye

»Amorine Queen«

[Crunchy Frog / Cargo / VÖ: 11.04.2008 ]

Text: Felix Scharlau

So ging Internationalität vor Web 2.0: Das deutsch-dänische Trio 18th Dye war Anfang der 90er als so ziemlich einzige deutsche Indie-Band eine Nummer im Ausland. Sie spielte Peel-Sessions, veröffentlichte auf dem New Yorker Label Matador, nahm Platten mit Steve Albini auf und spielte Tourneen mit Yo La Tengo oder Stereolab.




Ultra-effizientes Networking also, an dessen Nachahmung sich deutsche Bands auch Jahre später noch meist vergebens versuchten. Folgen der Weltenbummler-Ambitionen: Amerikanische Bekanntschaften hauchen den Bandnamen nicht selten heute noch als dritte coole Deutschland-Referenz nach Kraftwerk und The Notwist in die kalte Nacht.

Hierzulande kennen 18th Dye hingegen nur noch Altvordere und Eingeweihte. 18th Dye beginnen gut zehn Jahre nach ihrer Auflösung mit ihrem neuen Album so faktisch bei Null. Dabei knüpft "Amorine Queen" nahtlos (und kaum überraschend) an früher an: Im Midtempo-Noise geben sich Heike Rädeker (remember: Wuhling) und Sebastian Büttrich das Mikro in die Hand, man lärmt und schummert sich durch die Comeback-Revue. Ein behagliches Songnest für vor dem JuZe-Kamin. Oft zwingend ("Song For Helen", "Soft The Hard Way"), mal etwas weniger, immer aber erbaut auf ein sehr eigenes Bezugssystem in Sachen Ansprache, Sound, Melodie. Schön, dass ihr wieder da seid, 18th Dye. So zeitlos/unzeitgemäß ihr 2008 auch klingt. Bitte ankreuzen.



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