Britta Persson - Kill Hollywood Me Artikelbild (groß)

 
 
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Britta Persson

»Kill Hollywood Me«

[Make My Day / Al!ve / VÖ: 18.04.2008 ]

Text: Tina Mamczur

Ja, kenn ich, das Gefühl, das Arbeits-Gen nicht zu besitzen. Schon mal zehn Sympathiepunkte für so klare Ansagen. Der Satz fällt allerdings erst zur Hälfte der Platte, und Britta ist phasenweise ja doch ein Workaholic.




Ihr erstes Album steht hier gerade mal sechs Monate im Regal, da legt Britta Persson schon die nächste Platte hin. In Schweden war das Debüt allerdings schon seit 2006 zu haben - alles also im normalen Bereich. Warum man als Musiker genauso klingt, wie man eben klingt, weiß doch eh keiner - also gar nicht erst gefragt und munter drauflos analysiert: Angenehm unangestrengt und selbstverständlich klingen die elf Stücke auf "Kill Hollywood Me", im Mittelpunkt steht die Stimme. Schnell ist man versucht, die Schublade mit den skandinavischen Folkpop-Chanteusen aufzumachen, Anna Ternheim und Ane Brun kratzen am Furnier - will aber nicht so richtig passen. Viel zu vorhersehbar sind die Kolleginnen, und Folk steht auf "Kill Hollywood Me" nie an erster Stelle, sondern ist nur ein Aspekt des Ganzen.

Dann schon eher A Camp von Namensvetterin Nina Persson, aber viel ungebügelter und mit mehr Anarchismus. Wie ein Song weitergeht, das weiß man bei Britta Persson selten im Voraus. Hier und da gibt es eine Prise Motown-Soul à la Please Mr. Postman ("In Or Out"), dann wieder Haken in Pop, die nach Tanya Donelly und Belly klingen ("Enter And Leave"). Die meisten Lieder bestechen durch unerwartet zartbittere Melodien, die sich wie kleine, entrückte Tierchen ans Bein heften, bis man sie lieb gewonnen hat und nie mehr vergisst. In den ruhigen Momenten klingt Brittas Stimme manchmal ähnlich hypnotisch wie die von Hope Sandoval (Mazzy Star), nur ohne den inhärenten Suff und mit mehr Energie. Das Tempo der Platte nimmt zum Ende hin ab, aber auch hier gibt es Perlen, die erst sauber geputzt werden wollen. Wünscht man sich nur noch, jemand würde mal den Hall aus der Produktion drehen, damit sie noch näher kommt.

Warum klingst du so?
Ich glaube, weil ich mich sehr für Melodien, Harmonien, Akkorde interessiere. Dabei habe ich keinen Masterplan, sondern sehe mich mehr als Entdeckerin - der Song kann hingehen, wohin er will, ich folge nur. Außerdem mache ich nicht besonders viel Wirbel um meine Musik und den Gesang. [lacht]

Was ist ein "Hollywood Me"?
Das ist der Teil in mir oder dir, der die Dinge größer macht, als sie wirklich sind. Das "Hollywood Me" ist die Drama-Queen.





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