Yakuzi
»Red Thin Line & Keegan«
[Looking Out For No. 1, beide Rookie / Cargo]
Text:
linus volkmann
Punk aus der Provinz. Eine nicht enden wollende Liebe. Ähnlich wie "Bauer sucht Frau". Aus der Yakuzi-Ecke nahe Pforzheim kennt der eine oder die andere vielleicht noch Across The Border. Die hatten Folk in ihrem Logo, bei Yakuzi ist es die Trompete. Berührungsängste und Stilmittelverknappung sind ja eher was für Großstädte.
Die Band wäre vielleicht auf dem Stapel der Gitarren-Newcomer untergegangen, wenn sie nicht gewollt oder ungewollt auch in das nächste Retro-Phänomen, das von Früh-90s-Rock, voll mit reinspielen würden. Navel machen diesen Monat Grunge wieder Salon- bzw. Juz-fähig, bei Yakuzi ist es der offensive Rückgriff auf alte NoFX-Alben, auf Snuff, No User For A Name und Ähnliche. Jene machen eine Historisierung zwar dadurch schwer, weil sie sich teilweise bis heute noch selbst covern, äh, weiterschleppen. Aber um wirklich frisch nach einst zu klingen, brauchte es offenbar einfach auch frische Kräfte. Wie eben Yakuzi. Keegan aus Köln sind mit ihrem Powerpop weitaus zeitgemäßer, haben deshalb aber auch mehr Konkurrenz. Instant-Erfolg wird sich da außerhalb des erweiterten Freundeskreises wohl kaum durchsetzen - ab in die Live-Mühle, hundert Konzerte später sieht man, wer noch kann und was wirklich geht.
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