Playfellow
»Penumbra«
[CD / Sweet Home / Poor Dog]
Text:
arno raffeiner
Ist Chemnitz das neue Oxford? Wenn man der Band Playfellow so zuhört, könnte man glatt meinen, in der sächsischen Stadt hätten sich vor einigen Jahren die deutschen Radiohead gegründet. Der erste Höreindruck sagt untrüglich: Thom Yorke. Der zweite Höreindruck bestätigt das, aber er differenziert ein wenig:
Thom Yorke singt heute in Chemnitz empfindsame Indie-Folk-Songs, hat in früheren Jahren gerne Jane's Addiction gehört und steht heimlich auf Element Of Crime. Bloß kann er deren deutsche Texte nicht so recht leiden, wegen des gewissen Peinlichkeitsfaktors und weil das zum verwischten, schwärmerischen Gitarrensound von Playfellow einfach zu hart und direkt kommen würde. Große Emotionen lassen sich eben am einfachsten in komplett vernuschelten englischen Textzeilen verpacken. Der sächsische Thom Yorke, der in echt Toni Niemeier heißt, gibt dabei alles, expressiv bis hin zum Kopfstand seiner Stimme. Die anderen vier Bandmitglieder halten dazu, in den ganz leisen Momenten ebenso wie bei lärmigen Ausbrüchen, immer die nötige Spannung aufrecht. Einmal von den großen Vorbildern freigestrampelt, kann das noch was Tolles werden.
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