Joy Division
»The Best Of«
[Warner / VÖ: 28.03.2008 ]
Text:
Sandra Brosi
Es ist selten, dass die Veröffentlichung einer "Best Of" derartig right on time ist. Und zwar nicht nur on time, weil sie sich gut verkaufen wird, sondern weil dieser Tage dringend eine gute Übersicht zu den traurigen Jungs aus Manchester in den Regalen stehen sollte.
Schließlich haben sich diverse Faktoren der Popkultur des Moments gerade auf diese Band fokussiert. Der kontemporäre Retro-Brit-Wave-Sound wäre nicht denkbar ohne das Wissen um und das Verehren von Joy Division, Acts wie The Wombats explizierten ihre Referenzen sogar so weit, dass ihre bis dato erfolgreichste Single "Let's Dance To Joy Division" hieß - und dann natürlich der Film. Selbst mit einem guten Soundtrack ausgestattet, konzentriert sich dieser allerdings eher auf das musikalische Umfeld der Zeit. Was fehlt, sind demnach die Originale. Und die gibt es nun hier.
Die paar Dutzend Songs der Band schmilzt CD1 geschmackssicher auf 14 zusammen, und auf CD2 gibt es die (ebenfalls sehr intim produzierten) Peel-Sessions. Bisschen Gänsehaut kommt dann ganz zum Schluss noch auf, wenn über ein geplaudertes Radio-Interview mit Stephen Morris und vor allem Ian Curtis diese so distanzierte, fremde Welt plötzlich ganz nah erscheint. Als Einsteiger, aber auch Komplettist kommt man an diesem Album eigentlich nicht vorbei.
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