BEWERTEN
 

Tilmann Rossmy Quartett

»In einem fremden Land«

[Popappeal / Broken Silence]

Text: marco fuchs

Tilman Rossmy strahlt mit jeder Zeile, mit jedem Akkord, mit jeder Geste aus, dass er niemandem mehr auch nur irgendetwas beweisen muss. Er hat mit seiner Band Die Regierung und als Solo-Künstler seine Fußspuren hinterlassen und reich werden wird er mit seiner Musik auch nicht mehr.


Also kann er sich voll und ganz darauf konzentrieren, dieses Leben auf seine wunderbar nölige Art und Weise in Songs zu fassen. Oder absurd schöne Cover-Versionen wie \"Sonnige Seite der Straße\" (Van Morrisson) und \"Fragezeichen\" (Nena!) in neue Höhen zu katapultieren. Dieses countryeske Geschwurbel hebt sich so wohltuend erwachsen von dem ganzen bemühten und bedeutungsschwangeren Dreck ab, der einem sonst die Ohren und Augen zu verstopfen und verkleben sucht.

Und selbst diejenigen, die seit \"Willkommen zuhause\" einen Bogen um T. Rossmy machen, sollten vier Minuten und vierundvierzig Sekunden vorbeischauen: \"Eins\" ist die perfekte Symbiose aus dem wissenden Jetzt-Rossmy und dem unterschwellig brutalen Rossmy der Zeit, als Die Regierung noch deutschsprachige Blaupause für alles Pop-Relevante nach 1994 und einen ganzen Sack voll Musikjournalisten war. Wieder mal unten mit Tilman. Achso, was ich noch loswerden wollte: Danke!



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