BEWERTEN
 

DJ Donna Summer

»Panther Tracks«

[Cock Rock Disco / Ad Noiseam / VÖ: 22.03.2008 ]

Text: arno raffeiner

Es sieht einfach niedlich aus: Ein in echter Handarbeit gehäkeltes Mäntelchen für den Laptop. Liebevoll darauf gestickt: Cock Rock Disco. So sieht man den Herrn namens Donna Summer alias Jason Forrest seit Jahr und Tag von Club über Elektrofestival zu Kunst-Event ziehen und überall seine Version von ein bisschen Angst und Schrecken verbreiten.


Breakcore. Gabba. Cock'n'Roll. Kurz: die intelligente Lust am Primitiven. Für alle, die sich darüber verschreckt (oder auch gelangweilt) die Ohren zuhalten möchten, hat Forrest eine unfehlbare Keule parat. Totschlagargument: Ironie. Und ansonsten wird halt Spaßverweigerertum denunziert. Gegen die derbe Freude an der alten Leierkastenmelodie \"Überaffirmation\" ist eben kein argumentatives Kraut gewachsen.

Mit \"Panther Tracks\", einer Art Remix-Album, bedient sich Donna Summer explizit bei frühen englischen Raves und samplet von damals live mitgeschnittenen Tapes. Doch aller schweinigeligen Bumm-Bumm-Freude zum Trotz - am Ende guckt Herr Forrest doch etwas doof aus der Schmutzwäsche. Schließlich haben Ilsa Gold genau dieses Spiel der Übertreibung schon in den seligen Rave-Zeiten rund um das Jahr 1994 ein für alle Mal für sich entschieden.



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