BEWERTEN
 

Sir Simon

»Battle«

[Strange Ways / Indigo / VÖ: 04.04.2008 ]

Text: Benjamin Walter

Sir Simon sieht aus wie ein lieber Junge mit Brille, das weiche Haar nachlässig - aber immerhin - gescheitelt und die Backen stets etwas rot. Er lebt in Berlin und bei der Besetzung seiner Liveband hat er sich für seine besten Freunde entschieden. Sie spielen den Sommer über auf den kleinen, kuscheligcoolen Festivals und gehen im Winter natürlich mit Tomte auf Tour. Gemeinsam unterwegs - oder auch mal alleine.


Denn eigentlich geht es auf "Battle" nur um Simon. Er hat etwas zu erzählen. Obwohl komplett mit Band eingespielt, dominiert seine klare Akustikgitarre und sein ruhiger, leicht nach oben verschobener Gesang den Sound seines Debüts. Durchgängig gute Songs im klassischen Sinne; "Safty First" und "Nine To Five" haben international konkurrenzfähige, große Melodien und die englischen Texte sind geschickt konstruiert. Und grammatikalisch korrekt.

Ein klares Bekenntnis zum Pop, dem man leider durch eine irrsinnig geschmackvolle, aber letztendlich todlangweilige Instrumentierung und Produktion die letzte Pracht verweigert hat. Denkt man sich Sir Simons Talent weg, bleibt genau der gesetzte Herrenrock, den sonst von mir nicht nur geschätzte Characters wie Tomte und Olli Schulz zu verantworten haben. Nicht mal der Versuch von Experiment und Übertreibung. Ein Stil, der weiter Schule macht? Die jungen Leute können einem leid tun.



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