BEWERTEN
 

Robert Forster

»The Evangelist«

[Tuition / BB*Island / Indigo / VÖ: 04.04.2008 ]

Text: Christian Steinbrink

Es soll nicht sicher gewesen sein, ob Robert Forster nach dem Tod seines Partners Grant McLennan und dem damit verbundenen Ende der Go-Betweens überhaupt noch ein Album machen würde. Die Entscheidung war letztendlich wohl keine bewusste. Sein im Info zitierter Satz "this summer it just materialized" bezieht sich darauf.


Forster hat seine Songs zusammen mit den letzten Go-Betweens Glenn Thompson und Adele Pickvance aufgenommen, und es ist leicht vorstellbar, dass gerade der Songwritingprozess, also das, was ihn und McLennan am engsten verband, zehrend gewesen sein dürfte. Auf "The Evangelist" finden sich drei Songs, die noch zusammen mit McLennan entstanden sind, und in mindestens zweien, nämlich "Demon Days" und "It Ain't Easy", finden sich direkte lyrische Links auf den Schmerz und die anderen düsteren Empfindungen, die der Verlust McLennans bei Forster auslöste.

Musikalisch ist "The Evangelist" selbst in Relationen der Go-Betweens gesetzt, die Platte ist eindeutig bedeutungsvoll und gut, aber genauso deutlich wird, dass etwas fehlt. Wie schon bei den früheren Soloplatten von Forster und auch McLennan fehlt das songwriterische Korrektiv, es fehlt der kongeniale Partner, das Zwiegespräch, das die Songs beider auf Go-Betweens-Alben immer so zwingend machte. Forster braucht McLennan, um die bestmöglichen Songs zu produzieren, so wie McLennan Forster brauchte. Das wird nicht mehr geschehen, so sehr sich Forster auch anstrengen mag. Jemand ist nicht mehr da. Er fehlt. Nicht nur auf dieser Platte.



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