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Alela Diane

»The Pirate's Gospel«

[Fargo / Rough Trade / VÖ: 22.02.2008 ]

Text: Christian Steinbrink

Kürzlich kamen schon American Music Club mit schönen, die Ästhetik der US-Pionierzeit nachahmenden Fotos um die Ecke, jetzt tut es ihnen Alela Diane, eine Folkmusikerin aus Portland, auf dem Cover ihres Debütalbums gleich. Und bei beiden geht dieser Verweis durchaus mit dem Stil ihrer Musik kongruent.


Denn die Songs, die Diane ganz nackt und karg mit kaum mehr Begleitung als ihrer Gitarre einsingt, strotzen nur so von Verweisen auf frühen Country und die Musik der Tracks im 19. Jahrhundert. Ähnliches machte auch schon die letzten Platten der Decemberists interessant, bei Alela Diane gelingt dadurch aber ein auf vielen Ebenen ergreifendes Meisterwerk. Zum einen sind da ihre Gesangsarrangements, die sogar an Coco Rosie erinnern könnten, wenn die sich jede Art von artifizieller Wunderlichkeit sparen würden und trotzdem auf eine wunderbar überzeugende Weise artifiziell klängen.

Zum anderen ist das Dianes Blues, der aus jeder Faser ihrer Stücke trieft und schon lang nicht mehr derart unmittelbar klang. Außerdem bemerkenswert ist der Titeltrack der Platte, der sich deutlich vom Albumkontext abhebt und mit seinem ungemein einprägsamen Shanty-Refrain gleichzeitig schönster Pop und scheinbar authentisches Zeitdokument der Mayflower-Ära ist. \"The Pirate's Gospel\", das Album, mutet auf den ersten Blick vielleicht wie eine fast schon historisierende Genreplatte an. Wenn man genauer hinhört, greift es aber doch wundervoll emotional in alle Formen des modernen Lebens hinein. Und wird unverzichtbar.



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