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Be Your Own Pet

»Get Awkward«

[XL Recordings / Beggars Group / Indigo / VÖ: 11.03.2008 ]

Text: Henrik Drüner

Wenn man noch nicht zwanzig Jahre alt ist, dann ist die Geschichte des Rock'n'Roll ein schier endlos weites Feld und eine voll gestopfte Fundgrube, in der es sich fabelhaft stöbern lässt. Zumindest versucht man als Vertreter der Ü30-Fraktion, sich diese Illusion im Zuge verblassender Erinnerungen vorzugaukeln. Be Your Own Pet aus Nashville, durch das Debüt zur Teen-Punk-Sensation auserkoren, setzen mit \"Get Awkward\" im Grunde an der Stelle an, wo \"Be Your Own Pet\" endete.


Neben jeder Menge mitreißendem Lärm finden sich auch auf dem Nachfolger fulminante Songideen, mit denen den Yeah Yeah Yeahs und Blood Brothers dieser Welt Paroli geboten wird. Früher wäre ein solches Album bei Crypt Records veröffentlicht worden: Scharfkantige Breaks, Heavy Metal-Riffs und räudige SST-Punk-Attitüde sorgen in den oftmals skizzenhaft angerissenen Songs für den brodelnden Unterbau. Darüber wütet Sängerin Jemina Pearl Abegg, ein keineswegs affektiert wirkendes Riot-Grrrl mit dem Look einer jungen Debbie Harry und dem Bühnengestus der Marke Beth Ditto, Karen O. oder Juliette Lewis.

Bezeichnend der Titel \"Blow Yr Mind\": 42 Sekunden voll in die Fresse. Der Verhoeven-Klassiker \"RoboCop\" diente als Inspirationsquelle für \"Bitches Leave\", insbesondere die Szene, in der Kurtwood Smith ein Kokain-Kränzchen abrupt beendet, indem er mit vorgehaltener Pistole die nackten Frauen mit eben jenen Worten unverblümt zum Verlassen der Party drängt.

\"The Kelly Affair\" bringt die unverwüstlichen Sonics auf den Plan, während der rare Melodiegesang bei \"Becky\" an Little Evas \"The Loco-Motion\" erinnert. Nach 35 Minuten geballter, wild scheppernder Kraftmeierei sollte man wieder unbeschadet vom Kronleuchter runterkommen. An die frische Luft. Am besten in den Streichelzoo.



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