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Scott Matthew

»Scott Matthew«

[Glitterhouse / Indigo / VÖ: 07.03.2008 ]

Text: Daniel Koch

Jetzt schreie hier bloß einer, diese Platte sei weinerlich. Der kriegt aufs Maul. Klar, Scott Matthew mag es kammermusikalisch, belässt es oft bei dezenten Pianoarrangements, zückt trotz Punkbandvergangenheit gerne die Ukulele und hat eine dermaßen samtweiche Stimme, dass man sich die Tränen kaum und die Gänsepocken gar nicht verkneifen kann - aber weinerlich geht anders.


Das hier ist schlichtweg ergreifend. Großer Unterschied. Der schmale, bärtige Mann, der so herrlich fehl am Platze das wilde (miteinander) Treiben in John Cameron Mitchells Kinofilm \"Shortbus\" begleitete, verlässt sich in diesen elf Songs eben auf das, was er am besten kann: mit simplen musikalischen Mitteln direkt dorthin zu gehen, wo es wehtut.

Einen \"quiet noise maker\" nennt er sich deshalb selbst sehr treffend. Die aus \"Shortbus\" bekannten Songs \"Little Bird\", \"Surgery\", \"In The End\" und \"Upside Down\" sind zwar auch auf dem nun offiziellen Debüt, wurden aber noch einmal eingesungen und komplett umarrangiert. Das \"Ich kenn doch schon die halbe Platte\"-Argument zieht also nicht wirklich. Damit gehen einem so langsam die Gründe aus, diese Platte nicht zu mögen. Wer noch ein Herz und ein paar Songwriter im Plattenregal hat, kommt an diesem Glitterhouse-Release schwerlich vorbei. Und wer's weinerlich findet und die Nase rümpft - dem ist halt nicht mehr zu helfen. Basta.



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