Mannequin Men
»Fresh Rot«
[Flameshovel / Al!ve]
Text:
Martin Riemann
Bezaubernd, aus Minderwertigkeitsgefühl, Genervtheit und völlig ungerechtfertigter Arroganz eine Haltung zu produzieren, die man so sonst nur im frühen Garage-Punk findet.
Die Mannequin Men aus Chicago transponieren diesen Gestus gekonnt ins Heute. Vor allem der Sänger verfügt über das erforderliche Maß an Blasiertheit in der Stimme. Zitiert werden die üblichen Verdächtigen, so 63 bis 78. Der Sound ist primitiv, das heißt, technisch wird geleistet, was ohne große Anstrengungen loskickt.
Man hat es hier nicht mit der Sorte fleißiger Bienchen zu tun, die stundenlang im Studio \"arbeiten\", um einen Haufen Meisterwerke zu editieren. Das würde auch gar nicht zu der \"Du hast Ziele? Du langweilst mich!\"-Attitude passen, die hier unangreifbar elegant verabreicht wird. In einem Song heißt es: \"The fun never ends - it just pretends.\" Ein klasse Motto für eine gute Punkband wie diese. Dafür gibt's zum Frühstück aber wahrscheinlich auch nur Restalkohol und Mamis Diätpillen. Wer davon leben kann, wird auf solide Hits wie \"We Are Invisible\" oder \"The Boys\" bestens abfahren.
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