The Breeders - Mountain Battles Artikelbild (groß)

 
 
BEWERTEN
 

The Breeders

»Mountain Battles«

[4AD / Beggars Group / Indigo / VÖ: 04.04.2008 ]

Text: Christian Steinbrink

Die Deal-Schwestern machen es ihren Fans nicht leicht: Schon wieder haben sie es sich verkniffen, das geleckte und mit klarsten und schönsten Melodien versehene Popalbum aufzunehmen, das so viele ihnen zutrauen und noch mehr von ihnen erhoffen. Dabei gab es viele Anzeichen, die dafür sprachen, nicht zuletzt die offenbar gelungene Entziehungskur Kims, die sie immerhin eine Pixies-Welttournee durchhalten ließ.


Wenn man es schafft, monatelang mit dieser vollkommen zerstrittenen Band durch die Welt zu reisen, müsste man doch auch einen angemessen langen Studioaufenthalt absolvieren können! Aber nein, "Mountain Battles" klingt so, als ob Kelley und speziell Kim es gar nicht erwarten konnten, wieder in die Freiheit entlassen zu werden. Erschwerend kommt hinzu, dass der auf dem wunderschön-verstörenden "Title TK" noch aktive Gitarrist Richard Presley wohl nicht mehr beteiligt ist, denn dadurch wirken die Gitarrenspuren noch sparsamer als zuvor schon. Dadurch wird deutlich, was eigentlich kaum vorstellbar war: "Mountain Battles" ist sowohl strukturell wie auch instrumental noch fragiler als "Title TK".

Fast alle Stücke wirken seltsam unfertig bzw. auf eine anregende Art und Weise fragmentarisch, die wenigen "vollen" Songs sind zudem stilistisch ziemlich variabel: "Here No More" ist ein Country-Song reinsten Wassers, "Regalame Esta Noche" verstört mit einem Latin-Rhythmus, und "No Way" könnte ein toller Punkrock-Song sein, wenn er nicht so langsam wäre. Auf "German Studies" experimentiert Kim mit einem deutschsprachigen Text, der wie geradewegs von einer Lernkassette wirkt, und "Bang On" hat einen völlig banalen HipHop-Beat. Bleiben mit "Walk It Off" und "It's The Love" ganze zwei volle Rocksongs, die natürlich gleich auch toll sind. Außerdem die ruhigen "Night Of Joy" und "Spark" mit ihren unwiderstehlichen Harmonien. "Mountain Battles" wäre eine ziemlich durchwachsene Platte, hätte sie nicht die charakteristisch-schönen Gesangsharmonien von Kim und Kelley. Fans wie mir reicht das zum Glück, bei allen anderen bin ich mir da nicht so sicher.



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