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Baby Dee

»Safe Inside The Day«

[Drag City / Rough Trade]

Text: Martin Büsser
[2 Kommentare]

Baby Dee ist schon lange unterwegs. Bereits 1972 hatte sie beschlossen, Musikerin zu werden. Doch ähnlich wie im Fall von Vashti Bunyan, die erst vor zwei Jahren wiederentdeckt wurde, ist es keine Schande, wenn einem der Name Baby Dee bislang nie begegnet ist - die Spur beider Künstlerinnen hatte sich im Laufe der letzten zweieinhalb Jahrzehnte verloren, weil sie selbst an keine weitere Karriere mehr geglaubt hatten.


In beiden Fällen ein herber Verlust. Das Comeback von Vashti Bunyan haben wir vor allem Animal Collective zu verdanken, Baby Dee dagegen wird auf ihrem neuen Album gleich von einem ganzen Schwarm an Prominenten begleitet, der helfen könnte, auf ihren Namen aufmerksam zu machen: Matt Sweeney und Bonny \"Prince\" Billy haben produziert, Oldham ist auch als Gastmusiker zu hören, den Bass zupfte Andrew W.K.

Die eigentliche Sensation ist allerdings die sich am Klavier begleitende Baby Dee selbst. So, wie man beim ersten Hören von Antony And The Johnsons Zweifel haben konnte, dass es sich beim Sänger um einen Mann handelte, könnte Baby Dee wiederum mit ihrem sehr an Antony erinnernden Gesang auch als Mann durchgehen. Androgynität und Theatralik zeichnen dieses Album aus: Vaudeville-Ästhetik durchzieht die schmachtenden Nummern, begleitet vom Glanz eines längst nicht mehr existierenden Cabaret-Milieus, in dem die Geschlechterrollen nie besonders starr festgelegt waren. Pathos wird wohldosiert eingesetzt, Kitsch hingegen durch die auf Kammermusik runtergebrochenen Arrangements vermieden. Das ist wunderbar rührige Gefühls-Musik ohne den Anspruch auf Gefühls-Authentizität.




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Baby Dee
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  • Francis P Cabia 20.02.2008 | 19:53:10

    Baby Dee bislang nicht gekannt zu haben ist sicher keine Schande - empfehlenswert sind ihre bisherigen Aufnahmen aber durchaus. Es wurden einige Alben bei Durtro/Jnana veröffentlicht, letztes Jahr erschien dort eine Art Omnibus mit allen bisherigen Studioalben ("The Robin's Tiny Throat"). Label-Mitbetreiber David Tibet hat Dee in den letzten Jahren mehrfach unterstützt, so wirkte sie in dessen eigener Band Current 93 mit, zählte zum Line-up des letztjährigen Donaufestivals, war an der Ärzte ohne Grenzen-Benefiz-Box "Not Alone" beteiligt und vieles mehr.

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