BEWERTEN
 

The Orb

»... The Dream«

[Stereo Deluxe / Edel / VÖ: 13.02.2008 ]

Text: Martin Büsser

Sie waren die Speerspitze der Rave-Bewegung und haben deren Niedergang relativ unbeschadet überstanden. Vielleicht liegt das daran, dass The Orb nie vollmundig eine neue Ästhetik verkündet haben, sondern stets den alten Rock-Ballast noch mitschleppten, im Gegensatz zu ihren grobschlächtigen Kollegen The Prodigy allerdings elegant in pulsierende Beats und sanft kreisende Ambient-Strudel verpackt.



Sie mussten sich nach dem Niedergang der Club Culture nicht neu erfinden, denn ihr Rave-Update von Psychedelic-Rock ist immer schon unzeitgemäß und so gegenüber Moden resistent gewesen. Viel hat sich daher auf “... The Dream” nicht geändert, das Album hätte problemlos auch vor 15 Jahren entstehen können.

Noch immer sind The Orb Meister der eleganten Schichtung. Sie legen Spuren übereinander, ohne dabei den Flow aus den Augen zu verlieren. Jede Menge Stimm-Samples werden geschichtet, die sich noch immer nach irgendwelchen Funksprüchen aus Raumstationen anhören und wohl den futuristischen Impetus dieser Musik unterstreichen sollen, die allerdings inzwischen eher nostalgisch wirkt. Ethno-Samples, Dub, Vinyl-Knistern und elektronisches Gewaber unterstreichen den One-World-Wohlfühl-Faktor.

Und so machen The Orb unmissverständlich deutlich, dass die heutigen Folk-Hippie-Kollektive die direkten Nachfahren der Rave-Bewegung sind, nicht deren Antipoden. Ihnen allen geht es um Eskapismus, Barfuß-Tanz im Mondlicht und den Traum von einer besseren Welt, die es so nie wird geben können.



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