BEWERTEN
 

Joe Lally

»Nothing Is Underrated«

[Dischord / Southern / Al!ve / VÖ: 22.01.2008 ]

Text: Christian Steinbrink

Ein Fotobuch. Immerhin etwas, das zum 20jährigen Bühnenjubiläum Fugazis im September letzten Jahres einigermaßen autorisiert veröffentlicht wurde (und zwar von Glen E. Friedman und zu beziehen über Dischord). Abgesehen davon müssen wir uns seit der bis dato letzten Fugazi-Show 2002 weiter mit Nebenprojekten der einzelnen Mitglieder der besten Postcore-Band aller Zeiten begnügen, auch wenn die es in aller Regel in sich haben. So auch \"Nothing Is Underrated\" das Zweitwerk des Bassisten Joe Lally. Der hat sich mittlerweile vollständig von ‚-core' im Sinne von ‚hart' abgewandt. Seine neue Platte ist ein ungewöhnlicher Twist aus sehr reduzierten Folk-Songs, fragmentarisch klingenden, vertrackten Mathrock-Nummern und einem gehörigen Jazz-Vibe.

Der Grundton ist der Platte ist ein leiser, natürlich nicht ohne den Hörer mittels vielschichtiger Arrangements und Strukturen herauszufordern. Lallys besondere Qualität liegt ganz typisch für einen Bassisten in seiner sehr variantenreichen Dynamik und, typisch für Fugazi, in den so deutlichen wie politisch engagierten Texten. Aber auch ab davon ist \"Nothing ...\" besonders, nämlich gesegnet mit der wundersamen Ambivalenz, zu gleichen Teilen ein gekonntes Songwriter- und ein entspanntes und dynamisch variables Jazzalbum geworden zu sein. Selbst wenn stattdessen Fugazi ein neues Meisterwerk hervorgebracht hätten - auf \"Nothing ...\" hätte man dafür nur schwerlich verzichten wollen.



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