BEWERTEN
 

Little Annie & Paul Wallfisch

»When Good Things Happen To Bad Pianos«

[Durtro Jnana / Southern / Cargo / VÖ: 22.01.2008 ]

Text: Christian Steinbrink

Das \"little\" in Little Annie ist ein lupenreiner Euphemismus, jedenfalls wenn man vom Referenzkosmos, den ihre Stimme eröffnet, ausgeht.


Der Vergleich zur \"besten Sängerin ohne Stimme\", Hildegard Knef, passt zwar nicht ganz, dennoch ist Annie in Revue oder Chanson sehr passend aufgehoben. Auf \"When Good ...\" singt sie ausdrucksstark und wie vom Leben gezeichnet und hinterlässt einen klaren Eindruck von mit Rauchschwaden und violettem Licht umgebenen Glamour. Interpretinnen mit dem Wissen um solche Aura singen mit Vorliebe Coverversionen, und Annie macht da keine Ausnahme. Zusammen mit ihrem Kollaborateur Paul Wallfisch, bekannt von Rockbands wie Firewater und Botanica, hat sie sich ohne falsche Bescheidenheit zehn Stücke ausgesucht, die fast allesamt Hits ihrer AutorInnen waren. Die Versionen von Sinatra-, Aznavour- und Brel-Songs, aber auch von Heulern von Tina Turner und U2 klingen durchgehend so, wie man sich Chanson-Interpretationen einer Diva eben vorstellt, mit viel Piano und Dramatik. Dass Annie ihre Ambition so in Konventionen verkümmern lässt, ist ein wenig schade. Wer aber die ereignisreiche und 25 Jahre währende Karriere von Little Annie und ihre Bedeutung für Punk und Dub kennt und schätzt, wird diese Platte sicherlich als neue Facette einer außergewöhnlichen Künstlerin zu lesen wissen.



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