BEWERTEN
 

School Of Language

»Sea From Shore«

[Thrill Jockey / Rough Trade / VÖ: 08.02.2008 ]

Text: Christian Steinbrink

Kevin Drew hat offensichtlich eine gute Idee gehabt, als er entschied, unter dem Banner seiner Band Broken Social Scene eine Struktur zu schaffen, die Soloalben der Bandmitglieder eine aufmerksamkeitsfördernde Corporate Identity verschafft.


Denn die für ihren progressiven Ansatz bekannten Field Music aus Sunderland haben einen ähnlichen Weg gewählt, nicht umsonst prangt auf dem Backcover von \"Sea From Shore\", dem Soloalbum von Bandmitglied David Brewis a.k.a. School Of Language, die Ansage \"A Field Music Production\". Auch wenn das musikalische Spektrum des Mutterschiffs eigentlich schon jede denkbare Eskapade zulässt, hat Brewis ein Bedürfnis verspürt, seine stilistischen Fensterläden noch ein Stückchen weiter zu öffnen. Resultat ist, dass \"Sea ...\" jeglicher roter Faden abgeht. Was anfangs noch nach verspielten Postcore-Versuchen wie bei El Guapo klingt, endet in einem Wust von Stücken mit undurchsichtiger Struktur, hellen Stimmen und nicht erkennbaren Zusammenhang, so dass man sich reflexartig in den sicheren Hafen des humorigen Bedeutungskosmoses flüchtet, den seinerzeit Ween und die Super Furry Animals formulierten. Schon ein gutes Album, es stellt sich nur die Frage: Wer soll das auf der ganzen Strecke hören wollen?



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