BEWERTEN
 

Nadja

»Radiance Of Shadows«

[Alien8 Recordings / Cargo / VÖ: 18.01.2008 ]

Text: andreas schnell

Was auch immer Post-Metal sein soll: Hier isser. Mittlerweile kaum überraschend zum Genre geronnen, wie es einst der Idee von Post Rock erging - wer will, darf das gerne wikifizieren, wie man heute sagt. Zugegeben, ich übertreibe.


Denn mit Neurosis, Pelican, Isis - um die herum der Begriff in diesem Sinne aufkam - hat das hier wenig zu tun. Klar ist immerhin, dass Nadja auf etwas rekurrieren, das ganz klar Metal ist, weiterverarbeitet von Bands wie den Melvins, Godflesh oder den Swans, analytisch zerlegt und ergreifend neu zusammengesetzt, überwältigend in seiner Intensität, ohne - wie Heavy Metal - ehrlich, authentisch oder sonstwas sein zu wollen. Nadja geht es wie Sunn O))) und Jesu um einen Klang, in dem die Grenzen zwischen Genres, Tönen und Klängen verschwimmen, was sie zugleich in die Nähe von Elektronikern wie Fennesz und Drone-Artisten wie Troum rückt, mit denen sie auf Tournee waren. Von Sunn O))) unterscheidet sie eine Neigung zu verhangenen Atmosphären, ein traditionelleres Instrumentarium, wobei sie den Fokus auf Klangtexturen und epischen Formen (drei Stücke in fast achtzig Minuten) teilen, die ähnlich wie bei Justin Briadricks Jesu distinguiert majestätische Trauer tragen, schwerer indes als auf früheren Alben.



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