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Slut

»Still #1«

[Virgin / Emi / VÖ: 25.01.2008 ]

Text: Martin Riemann
[23 Kommentare]

\"All we need is silence\"? Von wegen! Schon die ersten kribbligen Töne von 'Still #1' lassen ahnen, dass Slut eher mit einem Knall, als mit Geflüster zurückkehren. Das darauf folgende theatralische Klaviertremolo scheint dann endgültig die Pforten für eine komprimierte Energie zu öffnen, die auch noch sturzbachartig einen Haufen unerwartete instrumentierter Arrangements anspült. \"Wir wurden abgelenkt,\" erklärt Chris Neuburger lapidar diesen wirklich neuen Sound, der zwar immer noch nach Slut klingt, aber mit einem vollkommen anderem Selbstverständnis unterfüttert ist.


Abgelenkt hat die Band ihre Mitarbeit an der 'Dreigroschenoper' am Ingolstädter Theater. Die Aufführung war über ein Jahr von Erfolg gekrönt, bis die Nachlassverwalter Kurt Weills merkten, dass das Singspiel im Slut-Gewand zu fortschrittlich klang und weitere Inszenierungen gekonnt verhinderten.
Doch ein Jahr voller Zuhälterballaden und Kanonensongs reichte offenbar aus, um unterschwellig die Vorrausetzungen für einen großen Wurf zu schaffen. So beschreibt es jedenfalls Neuburger: \"Während der Arbeit am Theater hat sich dieser Riesendruck aufgebaut. Wir mussten nur noch zapfen.\" Ein ganzes Album voller hochkarätiger Popsongs, einfach so vom Fass? Doch wohl eher nicht? \" Nein, aber mehr denn jeh. Dieses mal gab es eine Dynamik, der wir uns einfach angeschlossen haben. Dementsprechend war auch schon alles fertig, als wir ins Studio gingen. Im Gegensatz zum Vorgänger, wo wir alles in Etappen aufgenommen haben.\"

\"Gegensatz zum Vorgänger\" ist sowieso ein gutes Stichwort - war der noch voller brüchiger Emotionalität und unsicherer Fragezeichen, bekommt man jetzt Antworten geliefert. Das bedeutete diesmal auch Kreuzberg statt Weilheim oder Hamburg. Und man spürt in jedem euphorischen Detail der Platte die Pausenlosigkeit dieses Stadtteils. Neuburgers Stimme hat zudem ihre wehmütigen Färbungen fast vollkommen verloren. Wehmut die, wie Neuburger findet, auf ohnmächtiger Wut basierte und die Band in eine musikalische Sackgasse führte.

Die Lösung klingt einfach: \"Bei der letzten Platte wurde etwas entdeckt, was nicht stimmt, und bei der jetzigen Platte wurde etwas erkannt, was nicht stimmt. Und das ist ein großer Unterschied.\" Die Begeisterung mit der über diese Erkenntnis gesprochen wird, lässt spüren wie überlebenswichtig die eigene Neuerfindung für Slut war. Folgerichtig ist 'Still #1' ihr kraftvollstes und selbstbewusstestes Album bisher. \"Früher gab es dauernd Fragen wegen der Texte. Jetzt erklärt die Musik alles von selbst.\"



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  • lacasa 07.02.2008 | 20:50:56

    Ein so harmonisches und schönes Album hört man nicht oft.

  • buenaventura 07.02.2008 | 21:02:06
    hashomer
    nicht? ich dachte, wenn's schoen ist, hoert man's gerne oefter?

  • User: schons
  • schons 07.02.2008 | 22:14:50

    slut ist die langweiligste band der welt. für kneipenbiertrinker in geselliger runde vielleicht eine "harmonische" und "schöne" sache, aber jeder halbwegs geschmackvolle mensch, kann sich bei so einem übermüll nur in den kopf schiessen.
    als vorband von placebo beim o2-konzi waren die sogar mieser als die superlutscher selber. und das will was helfen..

  • buenaventura 07.02.2008 | 22:15:24
    hashomer
    das ist heiliger zorn!

  • lacasa 13.02.2008 | 17:40:27

    @ schons: es war bereits abends nach zehn, als du die Kritik geschrieben hast. Was war es: Müdigkeit? Rotwein?

    Zitat: "...aber jeder halbwegs geschmackvolle mensch, kann sich bei so einem übermüll nur in den kopf schiessen."

    Bitte keine leeren Versprechungen!

  • User: schons
  • schons 13.02.2008 | 19:06:11

    ja stimmt. wer die egalen knaben aus langeweilehausen nicht gut findet, ist also betrunken oder müde. herrje, bist du verblödet.

  • jimbob 13.02.2008 | 19:12:01

    es ist eine so schlimme musik. die merkt man im negativen sinne noch weniger als die sandpipers im positiven.

  • buenaventura 14.02.2008 | 01:00:44
    hashomer
    ihr seid n bisschen verkrampft.

  • User: Addison
  • Addison 15.02.2008 | 13:35:02

    Nüchtern. Munter.

    Trotzdem: Tolle Platte.

  • User: baddiel
  • baddiel 19.02.2008 | 23:22:15
    der erstbeste bin ich!
    wenn es um versteckspiel in tauschbörsen geht, haben die ingolstädter einen spitzen bandnamen.

    allein blonde redhead war schwieriger zu suchen.

  • buenaventura 20.02.2008 | 00:41:54
    hashomer
    stars sind auch, hm, schwierig.

  • buenaventura 20.02.2008 | 00:42:16
    hashomer
    aber nicht genauso.

  • weiche zäune 20.02.2008 | 12:16:09
    love love love yeah
    ich kenne von slut nur ein stück, welches mir seinerzeit in einem (sicher gutgemeinten) mixtape begnete. meine erste und einzige assoziation war: "könnte gut in einer ludwigshafener tatort-folge vorkommen". ab dann: skip

  • gratisbeilage 20.02.2008 | 12:46:47
    broker than thou
    schlimmster name für tauschbörsen-suche: can't

  • DieMischi 27.02.2008 | 20:41:15
    ! rockt !
    ich bin /war eigentlich ein fast fanatischer slut-fan (incl. bei-rätseln-mitmachen-um-shirts-zu-gewinnen), aber dieses album hat mich nur enttäuscht... die ersten paar lieder gehen noch, aber hintenraus nervt's nur noch... SCHADE!

  • djasshole 28.02.2008 | 15:42:44

    ich finde die platte doof, ohne die gehört zu haben. wie subversiv ist das denn bitte?

  • frostpfote 28.02.2008 | 15:58:02

    ich versuche mit jeder neuen slut-platte, dem konsensdruck gerecht zu werden und denke mir, dass das sicher totaler mist sein wird. und dann holen die mich alle zwei, drei jahre wieder genau da ab, wo ich mich zwischenzeitlich hingehört habe. das ist schon gruselig. und soll heißen: schönes album.

  • User: gnathonemus
  • gnathonemus 20.03.2008 | 01:33:15
    toller specht
    ich glaube, die holen mich nicht mehr. ein neuanfang ja, aber leider nicht gelungen. viel pathos (a la placebo) ein bisschen elektronisches experiment (a la notwist) und wenig slut. beim konzert hats die zugabe (die ungefähr die hälfte der zeit ausmachte) rausgerissen. auf tonträger ... ich glaub nicht dran.

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