Get Well Soon
»Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon«
[City Slang / Universal / VÖ: 17.01.2008 ]
Text:
Frank Schuster
[57 Kommentare]
Man soll ja mit dem Ausdruck Wunderkind geizen. Aus Rücksicht auf Wunderkinder, die wie Jahrmarksäffchen in aller Öffentlichkeit mit ihren Kunststückchen vorgeführt werden als wäre jeder, der halbwegs was drauf hat schon ein Mozart. Doch der erst 25-jährige Konstantin Gropper, der sich hinter dem Namen Get Well Soon versteckt, fällt unter diese Kategorie.
Mit fünf spielte er Cello, mit 14 hatte er seine erste Band, und gleich sein Debüt ist ein kleiner Geniestreich, klingt so ausgereift und voller Bezüge in die Popvergangenheit und -gegenwart, dass man das Gefühl hat, der junge Oberschwabe sei bereits ein alter Songschreiber-Hase. Referenzen in Groppers instrumentenreichen Klangkosmos, den er fast alleine in seinem Heimstudio eingespielt hat, sind Leonard Cohen, Radiohead, Benjamin Biolay, Bright Eyes und vieles mehr aus dem nachdenklichen, melancholischen, angefolkten Crooner- und Heulsusen-Ressort.
Niemals verfällt Get Well Soon jedoch der bloßen Imitation. Es ist ein bewusstes, zitatenreiches Mitbauen am großen, seit Generationen entstehenden „Tower Of Song“. Und dieser erhält mit „Rest Now, Weary Head“ einen wahrlich großen Stein.
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interzeptor 31.01.2008 | 07:33:34
sehr gut - weitermachen
zilix 31.01.2008 | 07:54:37
bisschen dünn was hier steht. ansonsten sehr gut - weitermachen.
Gandalf 31.01.2008 | 11:06:26
Graue Eminenz
ich war ja skeptisch was das born slippy cover angeht, aber es ist tatsächlich wie der rest der platte sehr schön
Dschinnbott 31.01.2008 | 11:11:09
????
ich kenn das Album zwar noch nicht, aber hab gerade einige lustige Kommentare gelesen, hargh hargh
They're trying to sound like something big, when in the end there really is nothing. It's an incredibly boring album and could hardly feel any more pointless. It's just bombastic sound for the sake of bombastic sound, which gets annoying at the latest when the awful "If This Hat Is Missing I Have Gone Hunting" kicks in. It doesn't get better from there, the ballads in the later half don't redeem the bad first one a bit. It's basically the same story, meaningless lyrics over pointless arrangements; everything sounds quite same-ish. An avoidable release, to say the least. If you're into vacant and overproduced pop-wankery though, this might be for you.
LucTonnerre 31.01.2008 | 11:17:59
Ich bin auch noch nicht so ganz sicher. Die ersten beiden Songs (Intro mal ausgenommen) sind schon sehr cool. Ab da flacht es stark ab, finde ich.
Hauptproblem liegt bei mir in der tiefen Stimme. Ich mag sowas einfach nicht.
Pluspunkt aber für den geilen "doo doo"-Chor in "Christmas in..."
Aber irgendwie packt mich die Platte nicht. Textlich auch nicht soooo der Bringer. Und Dank mittelmäßiger Aussprache hört man immer wieder, dass da ein Deutscher singt. Auch so ein Problem für mich.
Bin aber gespannt, wie das weiter geht.
faster23 31.01.2008 | 14:20:18
solche projekte wie get well soon könnten am ende die industrie noch weiter runterziehen: die leute kaufen es, weil es massives positives presse usw echo gibt (platz 30 oder so?) und dann merken alle, dass nichts dahinter steckt und der ´hype´ nur eine blase und kaufen nie wieder irgendwas, weil sie das gefühl haben betrogen worden zu sein.
naja vielleicht etwas gewagte these.
victorward 31.01.2008 | 14:49:44
vor allem eine ziemlich bescheuerte These
zilix 31.01.2008 | 15:11:48
in der tat.
ich bin über die zufällig - im kleinen zelt - beim obstwiesenfestival 2007 gestolpert, war auf anhieb begeistert und freue mich über die jetzige positive resonanz. was ist denn eigentlich textlich so schlimm? vielleicht muss ich mal genauer hinhören.
LucTonnerre 31.01.2008 | 15:26:56
@zilix:
was sollen mir sätze wie "in alsaka there's no refridgerator needed" denn sagen?
storytelling schön und gut...
mich berührt das alles nicht so sehr. soundmäßig schon toll, aber irgendwie passt das nicht.
zilix 31.01.2008 | 15:34:40
hm. müsste man jetzt im zusammenhang lesen..auf der metabene könnte man jetzt zb. denken, es ist ein beziehungssong, sie haben eiszeit und die doofe nuss benimmt sich noch extra blöd, also wie ein kühlschrank.
hätte ich mir jetzt schlimmer vorgestellt. gibts irgendwo ne seite mit den lyrics von get well soon und aus welchem song war denn diese passage.
buenaventura 31.01.2008 | 15:58:45
hashomer
http://youwillgetwellsoon.com/media/lyrics.htm
lillesmuk 31.01.2008 | 16:37:26
leider ist die komische aussprache auch für mich ein starker minuspunkt, der durch die musik nicht mehr ausgeglichen werden kann. ich finde die platte doch arg überbewertet und habe mir da mehr drunter vorgestellt. auch nach mehrmaligem hören kann das nicht überzeugen.
rockotron 31.01.2008 | 17:11:44
lackaffe
trotz der aussprache klingt die platte durchaus "international (konkurrenzfähig)" was aufwand und produktion angeht. also nicht wie ein fall von gewollt und nicht gekonnt.
darin liegt aber auch der hund begraben: die platte orientiert sich ein bisschen zu sehr an einer vermeintlich internationalen identität, die einzelnen einflüsse lassen sich dem künstler problemlos auf den kopf zusagen: calexico hier, beirut da. ein song klingt nach muse. viele elemente bis hin zur visuellen erscheinung (artwork...) nach bright eyes.
das ärgerliche daran: alle vorbilder kommen aus der großen, weit...äh...westlichen welt. herr gropper macht sich z.b. nicht die mühe, wenigstens am ursprung traditionell andersartiger einflüsse zu klauen (s. beirut) - er klaut direkt bei den verwestlichten vorbildern, die diese arbeit schon vorher übernommen haben. das wirkt ein bisschen phoney. und so klingt die summe der einzelnen teile nicht immer wie ein rundes, gereiftes ganzes. und wenn ich den konstantin auf den promo-fotos sehe, drängt sich mir irgendwie das bild eines ex-emo/poppunk-heinis auf, der jetzt auf conor oberst-wunderkind machen will.
QBert 31.01.2008 | 17:48:33
Ich kenne GWS schon seit mehreren Jahren, und mag die Platte sehr. Allerdings bin ich vom jetzigen Hype auch etwas überreascht.
Wer der Band jetzt aber einen berechneten Hype ohne echte Substanz vorwirft, der hat einfach überhaupt keine Ahnung, sorry.
Und vor allem hat er GWS garantiert noch nie live erlebt...
QBert 31.01.2008 | 17:49:25
und was "aufwand und produktion" angeht: Die Platte wurde privat im WG-Zimmer aufgenommen...
lillesmuk 31.01.2008 | 17:59:13
@rockotron:
ich stimme dir da durchaus zu, was den internationalen klang der musik angeht. beirut,muse...diese vorbilder sind mir beim hören auch in den sinn gekommen.
und vielleicht sieht man auch darin mal was besonderes: eine platte, die aus deutschland kommt, die "international" klingt.
solche produktionen sind ja heutzutage eher selten.
man kann ihm nicht vorwerfen, dass da keine substanz hinter ist oder von berechnung sprechen. nur fehlt da doch eine gewisse eigenständigkeit und besonderheit in meinen augen.
...oder ist die besonderheit die aussprache, mit der er der musik noch einen "deutschen" touch gibt ?!
rockotron 31.01.2008 | 18:33:15
lackaffe
@QBert:
also, einen hype kann man dem künstler selbst in den allermeisten fällen sowieso nicht vorwerfen. und substanz spreche ich der musik auch nicht ab. dass man heutzutage aufwändig klingende platten vom wg-zimmer aus produzieren kann, sollte a) nichts neues sein, ist aber b) auch nichts, was bei mir einen authentizitäts-blumentopf gewinnt. c) jedoch war das für mich auch eher ein lob als ein kritikpunkt.
nur bleibt das ergebnis für mich nicht sonderlich eigenständig und hat bei mir eher die assoziation geweckt, dass da jemand den großen vorbildern aus u- s.a. und k nacheifert, anstatt eigene(re) wege zu gehen. für sich, nicht aus berechnung. der hype jedoch greift natürlich genau dies auf (ohne das konstantin gropper etwas dafür kann), nämlich leider so ein "guck an, aus deutschen landen! schwarz-rot-geil! können wir genauso gut wie die amis..."-ding. die platte würde GEWISS nicht dieses echo erfahren, würde nicht der lokalkolorit dazukommen.
herausgekommen ist unbestritten eine gute platte, bei der mir persönlich aber an manchen stellen das herz zu fehlen scheint.
ps: wer tokio hotel einen berechneten hype ohne echte substanz vorwirft, hat echt voll keine ahnung, sorry. und er hat bill & co. vor allem noch nie live erlebt. rockotron, musik-experte
rockotron 31.01.2008 | 18:36:40
lackaffe
btw:
polarkreis 18 sind für mich eine band mit internationalem klang, aber eigenem sound aus dem land, wo sich deutschland nennt.
und (sic!) auch die beatsteaks würden mir für diese kategorie spontan einfallen.
QBert 31.01.2008 | 18:55:37
zum lokalkolorit-faktor möchte ich nur anmerken, dass GWS vor der Plattenveröffentlichung auf der Insel wesentlich mehr Beachtung geschenkt wurde als hierzulande.
Dschinnbott 31.01.2008 | 18:55:55
????
die Auswahl der Pressestimmen auf der offiziellen Website mutet ganz realistisch an ;)
MUSIKEXPRESS und VISIONS:
"Album des Monats" (Januar 2008)
"Ein unfassbares Debüt. "Rest Now Weary Head You Will Get Well Soon" ist ein echtes kleines Wunder, das schier aus allen Nähten platzen möchte vor lauter Referenzen. Ein Songwriting, so ambitioniert und frisch und heutig, dass es einem süße Stiche in die Brust versetzt."
TAZ
"Weltschmerz - allerdings so erhaben und schön wie schon lange nicht. Opulenz und Eloquenz in kongenialer Zweisamkeit. Get Well Soon flutet auf seinem Debütalbum die Referenzhölle des Pop knietief mit Herzblut. Das ergibt für 2008 ein erstes Meisterwerk."
DER STANDARD
"Konstantin Groppers mag Stanley Kubricks Werke. Ein bisschen so wie dessen Filmkunst ist auch "Rest Now, Weary Head!". Bunt und schwelgerisch, ein Genuss, den man am besten fassen kann, wenn man den Kopf ausschaltet und sich berauschen lässt."
DIE ZEIT
...weitere Pressestimmen, bitte hier klicken...
snegurotschka 31.01.2008 | 19:06:13
* * * * * * * * * * * * *
die musik ist leider teilweise wesentlich besser als der gesang dazu. das hat mich beim hören der cd ganz irre gemacht.
dass verschiedene, auch aktuelle, musikalische einflüsse als erkennbare zitate rauszuhören sind, fand ich hingegen nicht störend, eher charmant.
für´s nachfolgealbum wünsche ich mir dann also auch nur einen anderen sänger. oder ne sängerin.
lillesmuk 31.01.2008 | 19:08:10
@ qbert: ich bitte um einen beleg für die aussage "auf der insel Insel wesentlich mehr Beachtung geschenkt wurde als hierzulande."
QBert 31.01.2008 | 19:15:12
schau dir die pressestimmen von letztem jahr an. außerdem spielte GWS u.a. als zweite deutsche band überhaupt auf dem "orange blossom"-festival. Auf einladung.
zilix 31.01.2008 | 19:20:00
was rockotron schreibt ist ja bisweilen ausgesprochen hanebüchen und skuril.
Schockboss 31.01.2008 | 19:34:07
State of Shock
aha
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